Mehrwertsteuer
Niedersachsen: DEHOGA nimmt FDP-Politiker unter Beschuss
von Thomas Klaus
AURICH. Weil er die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers als Fehler bezeichnet hat, bekommt der emsländische FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Goldmann heftigen Gegenwind vom DEHOGA in Ostfriesland. „Michael Goldmann ist nicht mehr unser Mann. Das muss dem Politiker deutlich gesagt werden."
Goldmanns Aussage sei „verstörend für die FDP und das Gastgewerbe." So äußerte sich der niedersächsische DEHOGA-Präsident Hermann Kröger während eines Pressegesprächs. Das Pikante dabei: Kröger ist 1. Vorsitzender der FDP in Esens und sitzt dort im Stadtrat; er ist also ein Parteifreund von Goldmann.
Kröger weiter: „Es geht nicht um Bereicherung des deutschen Hotelgewerbes, sondern um Waffengleichheit in Europa." Er verwies außerdem darauf, dass das Gastgewerbe hierzulande in den letzten fünf Monaten Investitionen von rund 680 Mio. Euro vorgenommen habe. Ohne den reduzierten Mehrwertsteuersatz wäre das nicht möglich gewesen.
Unterdessen hat sich Roland Riese, niedersächsischer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Ems-Jade, von dem Mehrwertsteuer-Statement seines Parteifreunds Michael Goldmann distanziert. Er habe nicht für die Liberalen gesprochen, sondern als Abgeordneter das Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt.


