Niedersachsen Die Männer für den Notfall
Sachverständige für Hotellerie und Gastronomie tauschen sich in Seesen aus
SEESEN. Was sie für Hotellerie und Gastronomie leisten, füllt weder TV-Shows, noch die Spalten der Publikumspresse – ihre Tätigkeit geschieht zumeist „back stage“. Öffentlich treten sie in aller Regel nur vor Gericht auf, oder, wie kürzlich in Seesen am Harz, während ihres Fortbildungsseminars.
Einmal im Jahr treffen sich die von den IHKs öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Hotellerie und Gastronomie aus der Bundesrepublik zur Fortbildung in den umfangreichen Sachthemengebieten der Branche.
Soweit sie, wie im Fall der Tagung in Seesen, dem Netzwerk „Die Hotelsachverständigen“ angehören, ist die Teilnahme an den Seminaren Pflicht. Zweimaliges Versäumen bedeutet den Ausschluss aus dem Netzwerk. Bernd Frerichs, innerhalb des niedersächsischen DEHOGA Vorsitzender des Tarifausschusses mit eigenem Sachverständigenbüro, hatte das mit 25 Teilnehmern gut besuchte zweitägige Seminar nach Seesen einberufen. Im Gespräch mit der AHGZ bedauerte Frerichs das Faktum, dass die Hilfe der Sachverständigen innerhalb der Branche zumeist zu spät gesucht wird. Dabei könnte Beratung bei Betriebsgründungen, -übernahmen, bei Pacht- und Kaufverträgen, bei Finanzierungsmodellen, sogar bei innenarchitektonischen Fragen abgerufen werden, vor allem natürlich dort, wo sich naturgemäß das meiste, gleich wohl vermeidbare Konfliktpotenzial ergibt – bei Ämtern und Behörden. So werden die Sachverständigen häufig als Gutachter – auch vor Gericht – in öffentlichem wie privatem Auftrag angefordert und dort besonders bei steuerlichen Streitigkeiten. Das verlangt, wie Frerichs sagte, einen Informationsstand über das jeweilige Fachgebiet, das absolut auf der Höhe der Zeit ist. Uwe Wedler


