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NiedersachsenSchlemmer wollen auch schlummern

Im Schillingshof wird seit Jahren große Küche zelebriert / Hotelzimmer werden jetzt den gestiegenen Ansprüchen gerecht

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/32 vom 8. August 2009
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GROSS SCHNEEN. Das Design spricht eine deutliche Sprache. Die sechs Zimmer sollten der Küche im Schillingshof nicht mehr nachstehen. Logis und Küche bilden nach umfangreicher Renovierung eine Einheit. Zur Freude der Gäste, wie die Inhaber Petra und Stephan Schilling seit Mai feststellen. „Es war eine notwendige Investition. Jetzt haben wir ein Niveau erreicht, das unseren Ansprüchen genügt“, betont Petra Schilling. Ehemann Stephan kocht seit mehr als 20 Jahren auf hohem Niveau und wird in allen Guides erwähnt. Die kontinuierliche Bewertung mit 16 Punkten im Gault Millau wurde 2009 sogar mit 17 Punkten getoppt. Die Gästeliste ist lang. Die Schillings zählen rund 1300 Karteikarten.

Kredit von Verwandten

Trotzdem wäre für diese Investition – rund 230.000 Euro – kein Geld vorhanden gewesen. Zum Glück gab es eine spendable Verwandte, die den größten Teil zinsfrei zur Verfügung stellte. „Gastronomie und Kredite? Das passt doch nicht zusammen“, sagt die Patronin. Dabei steht das Haus für eine grundsolide Arbeit, mit der Stephan Schilling sich in der gehobenen Gastronomie etabliert hat. Dass er bis heute keinen Michelin-Stern erkochen konnte, schreibt er der Tester-Willkür und auch dem Standort zu: „Ich koche vorrangig für meine Gäste. Dennoch wäre ein Stern eine große Motivation für uns“, betont er. „Das Produkt ist der Star. Sein Geschmack steht im Vordergrund unserer Küche“, erklärt er.

Mit dieser Einstellung hat Stephan Schilling den einstigen Gasthof der Eltern von 1981 an umgekrempelt. Viele Jahre mit seinem Bruder Walter, heute allein mit seiner Frau. Beide sind rund um die Uhr für den Betrieb im Einsatz. Gearbeitet wird vorrangig mit Auszubildenden – bis 120 sind es mittlerweile gewesen. „Wer bei uns war, kann mit dem Druck in diesem Beruf umgehen“, erklärt Stephan Schilling. An den beiden Ruhetagen wird vorbereitet. Die Schillings bieten neben dem Restaurantbetrieb einen Cateringservice für bis zu 350 Personen und bewirtschaften zudem einen Saal und eine Scheune für jeweils bis zu 100 Personen.

Für den Hotelbetrieb wurde jetzt ein Hotelfachmann eingestellt. Die bisherige Auslastung der Zimmer ließ zu wünschen übrig und soll entsprechend erhöht werden. „Es waren rund 15 Prozent. Das wollen wir verändern“, sagt Petra Schilling. Genügend Anfragen liegen jetzt vor. Ein voller Magen fährt nicht gerne. Viele Gäste wollen nach dem Essen auch im Schillingshof übernachten. Dafür stehen nun exklusive Zimmer bereit, in denen vor allem auf praktische Ausstattung Wert gelegt wurde. Silke Liebig-Braunholz

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