Hessen
Nordfriesische Lammkönigin im Odenwald
Auch zu den 13. Lammwochen hatten Köche wieder ausgefallene Gerichte kreiert
ERBACH-ERLENBACH „Gerichte aus dem heimischen Lammfleisch sind nicht beliebig verfügbar und müssen zu den anspruchsvolleren Zubereitungen gezählt werden“, sagt Armin Treusch, Vorsitzender des HoGa Odenwald. Umso erfreulicher war es, dass sich wieder 35 Gastronomiebetriebe zwei Wochen lang für die 13. Odenwälder Lammwochen engagiert haben. Ob aus dem hessischen, baden-württembergischen und bayerischen Odenwald – die Betriebe boten ihren Gästen neben der normalen Karte bewährte und neu kreierte Lammgerichte an, die großen Anklang fanden.
Bereits die Auftaktveranstaltung zu den 13. Lammwochen zeigte, dass der Odenwald und seine Gastronomen immer wieder neue Ideen haben. So fand in diesem Jahr ein Brückenschlag nach Nordfriesland statt. Auch dort werden Lammwochen veranstaltet, von denen die anwesende, nordfriesische Lammkönigin Kerrin Carstensen den Gästen berichtete.
Obwohl es weitere Lammwochen in Deutschland gibt, sind der Zusammenhalt und die Gemeinschaft der Odenwälder Betriebe einzigartig: Jedes Jahr überlegt sich ein Team von zehn Odenwald-Gasthäusern, mit welchem Menü sie den Gästen das Lamm diesmal schmackhaft machen könnten. Dabei lassen sich die Köche immer wieder neue Gerichte, vor allem mit regionalem Touch, einfallen. Dafür wird dann gemeinsam eingekauft sowie die Menüfolge in einer Küche vorbereitet und letztendlich gekocht.
Armin Treusch, Vorsitzender des HoGa Odenwaldkreis, erläuterte die Lammgerichte, die von Lammspießchen mit süß-saurem Gemüse über geräucherten Odenwälder Lammschinken mit marinierten Birnen, Dinkelnudeln mit Lammhaschee und Bärlauch-Pesto sowie Crépinette vom Lammrücken auf Rote-Beete-Schaum mit Kartoffel-Petersilien-Püree bis hin zur Lammkeule à la Eszterházy mit Schmorgemüse in Rotweinsauce und Weckklößen reichten.
Über die Odenwälder Lammwochen hinaus empfiehlt der Schäferverein Odenwaldkreis den Gastronomen, bis ins späte Frühjahr Weidelamm für die Gäste zuzubereiten. Denn dann hätten die Lämmer schon einige Zeit Wiesengras gefressen und sich mehr bewegen können, was die Qualität des Fleisches noch verbessere. Auch könne man so vielleicht den Verbrauch und das Ansehen von Lammfleisch erhöhen. „Der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen an Lammfleisch ist sehr gering. Er beträgt jährlich nur etwas mehr als ein Kilo“, weiß Schäfer Harald Brandel.
Durch die Odenwälder Lammwochen sowie durch das vielfältige Angebot der Gastronomiebetriebe und direkt vermarktenden Schäfer ist das Lammfleisch jedoch bei den Gästen, die in den Odenwald kommen, sehr gefragt. Für die Stammgäste sind die kulinarischen Wochen immer eine erfreuliche Abwechslung. Kein Wunder, dass die HoGa-Branche im Odenwald samt Landrat Horst Schnur zuversichtlich den 14. Odenwälder Lammwochen entgegenblicken und mit einem erneuten Besucherzuwachs rechnen.
