Nordrhein-Westfalen Synergien stärker nutzen
Qualitäts-Offensive: Dorint An der Messe und Dorint Am Heumarkt bauen Kooperation aus / Individualität bleibt gewahrt
KÖLN. Der eine tauschte die Pyramiden mit dem Dom, der andere war schon länger in der Region. Beide arbeiten zum ersten Mal für Dorint und schmieden nun an ihrem Kölner Standort gemeinsame Pläne.
Volker Windhöfel, zuletzt acht Jahre Direktor im 5-Sterne-Hotel La Residence des Cascades in Ägypten, leitet seit Mai das Dorint Hotel Am Heumarkt. Bei seinem letzten Besuch in Deutschland sei ihm ein Gedanke gekommen, erzählt er: „Wenn ich je wieder in die Heimat zurückkehre, dann soll es Köln sein.“ Wunschziel erreicht!
Achim Laurs übernahm bereits Ende 2010 das Dorint An der Messe. Davor war er als Regionalleiter bei der Azimut Hotels Company Europe für die Hotels in Köln, Wiesbaden, Frankfurt und Düsseldorf zuständig. Den 42-Jährigen hatte es schon zu Beginn seiner Laufbahn zu Dorint gezogen. „Da wollte damals fast jeder aus der Hotellerie hin.
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Leider wurde meine Bewerbung abgelehnt“, berichtet er schmunzelnd.
Neues Softwaresystem
Mit einer Kapazität von insgesamt 575 Hotelzimmern ist das Unternehmen Marktführer in der Domstadt. „Daraus ergeben sich Synergien, die Gold wert sind und die wir künftig stärker nutzen wollen“, haben sich die Hoteliers vorgenommen. Die ersten Schritte sind getan. So wurden einzelne Bereiche aufgeteilt und in jeweils einem Haus gebündelt: Reservierung und Revenue arbeiten an der Messe, Marketing und Verkauf am Heumarkt. Für ein straffes und reibungsloses Zusammenspiel bei der Buchung wurde ein neues Softwaresystem entwickelt, auf das beide Hotels Zugriff haben.
Vor allem im Tagungsbereich könnten Kooperationsmöglichkeiten effektiv genutzt werden. Das beginnt schon beim Shuttle-Service, der zwischen den Häusern rechts und links des Rheins eingesetzt wird und Veranstaltungen nahtlos verknüpft. Gemeinsam stellen sie ein Raumangebot für Tagungen jeder Größenordnung: Das Haus An der Messe verfügt über 13 Tagungsräume für 550 Personen, das Hotel am Heumarkt über sechs Tagungsräume für 380 Personen sowie einen 359 Quadratmeter großen Ballsaal. Diese Voraussetzungen passen zu der neuen Qualitäts-Offensive, die Dorint in allen Häusern der Gruppe ausgerufen und inzwischen auch eingeleitet hat. Im Bereich Mice (Meetings, Incentives, Conventions, Events) gab es Schulungen für alle Bankett-Mitarbeiter.
Vorangetrieben wird die begonnene Qualtitäts-Offensive vom neuen Bereichsdirektor Operations. Jürgen von Massow ist seit Mai 2011 direkter Vorgesetzter der 34 Hoteldirektoren. „Deren Aufgaben sind heute komplexer denn je“, weiß der Manager. „Sie müssen ihr Haus am jeweiligen Standort aus der Masse herausheben und genau kalkulieren, wie sich das Produkt am Markt profilieren kann.“ Um die Zukunft der Marke macht er sich keinerlei Sorgen: „Dorint segelt wieder in ruhigen Gewässern. Trotz aller Wechsel an der Spitze hat der Name nie gelitten. Damit bleiben wir ein solides Unternehmen und ein verlässlicher Partner für Investoren.“
Bei allem Streben nach gemeinsamen Aktivitäten setzen die Kölner Chefs in ihren Häusern auch eigene Akzente. Gleich in seinen ersten Monaten hat Achim Laurs einiges bewegt. Mit Patrik Droitsch an der Spitze formierte er ein neues Verkaufsteam und peilt eine noch bessere Vermarktung der 4-Sterne-superior-Hauses an. Auch der F&B-Bereich wurde umstrukturiert, neuer Küchenchef ist Holger Hess.
Den Standort Deutz mit direkter Anbindung der Messe bewertet der Direktor positiv: „Der Stadtteil entwickelt sich sehr gut. Über die Brücke gelangt man selbst zu Fuß schnell ins Zentrum, mit der S-Bahn ist es nur eine Station bis zum Hauptbahnhof.“ Um das zu kommunizieren und damit am Ball zu bleiben, kann ein stabiles Netzwerk nicht schaden. Deshalb pflegt Achim Laurs mit seinen Deutzer Kollegen einen regen Austausch.
Gewinnbringer Tagungen
Auch für Volker Windhöfel ist das Veranstaltungsgeschäft der wichtigste Gewinnbringer. Am Wochenende legt er sein Augenmerk auf die touristische Vermarktung des Hauses. „Die attraktive Metropole Köln wollen wir den Gästen mit speziellen Arrangements näher bringen, etwa zum Weihnachtsmarkt oder zum Karneval.“ Bei Musik- und Sportevents kooperiert das Hotel mit Stätten wie der Philharmonie, der Lanxess Arena oder dem Rhein-Energie-Stadion.
Etwas kleinlaut gesteht Windhöfel ein Versäumnis: „Unser Hotel am Heumarkt wurde im September zehn Jahre alt. Dieses Jubiläum haben wir leider verschlafen. Im kommenden Jahr wird das umso schöner nachgeholt, das verspreche ich. Dann ist es halt der 11. Geburtstag, eine Zahl, die ohnehin viel besser zu Köln passt.“ Regina Goldlücke


