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Berlin

Personalplanung bleibt ein Nadelöhr

Mit Aushilfen oder aber der Auslagerung ganzer Bereiche versucht die Hotellerie das Problem in den Griff zu bekommen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/19 vom 10. Mai 2008

BERLIN. Ohne Flexibilität geht in dieser Branche kaum was. Aber dieser Tugend sind auch Grenzen gesetzt. „Bei der Dienstplangestaltung haben die einzelnen Betriebe freie Hand, jedoch müssen die juristisch erlaubten Arbeitszeiten eingehalten werden“, weiß DEHOGA-Geschäftsführerin Sandra Warden.

Vorgaben durch Arbeitsrecht

Diese besagen, dass die werktägliche Arbeitszeit nicht mehr als acht Stunden betragen darf und nur in Ausnahmefällen auf zehn Stunden verlängert werden kann. Auch das Einlegen festgeschriebener Ruhepausen sowohl während des Dienstes (30 bis 45 Minuten) als auch nach seiner Beendigung (mindestens 11 Stunden Ruhezeit) sei wichtig, betont Warden. Gesetzliche Richtlinien gibt es auch für Sonntagsarbeit (mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei sein), „wobei in vielen gastgewerblichen Mantelverträgen Ausnahmeregelungen zu finden sind, die vorsehen, dass mindestens ein Sonntag pro Monate beschäftigungsfrei sein muss“, erläutert Warden.

In der Praxis versuchen sich auch die meisten Hotels an das Arbeitsrecht zu halten, wobei der Trend – zumindest im Housekeepingbereich – zum Outsourcen geht. „Für die mehr als 10.000 Zimmer in unseren Häusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, greifen wir auf die Profis von Reinigungsfirmen zurück“, sagt Lieuwe de Jong, Vice President Operations von Ramada Worldwide. Dadurch könne man besser planen und budgetieren. Im Service-Bereich jedoch setzt Ramada auf einen festen Mitarbeiterstamm. „Die Anzahl des Personals ist dabei sehr knapp bemessen, denn bei uns soll jeder flexibel eingesetzt werden“, erklärt de Jong. So ist eine Service-Kraft bei Ramada sowohl in der Bar als auch im Restaurant oder bei Bankettveranstaltungen zu finden. In absoluten Topzeiten kommen auch Aushilfen ins Haus, die jedoch bereits von den entsprechenden regionalen Hotels geschult und eingearbeitet wurden. Dass der Trend in Richtung Auslagerung des Service-Personals geht, sieht de Jong nicht: „Gerade im direkten Kontakt mit dem Gast setzten wir auf eigene Leute, schließlich sind sie die wichtigste Anlaufstelle im Hotel und sollen sich mit unserem Haus auch identifizieren.“

Outsourcing total heißt es hingegen im Estrel im Berlin. Außer Housekeeping und dem Sicherheitsbereich sorgen rund zehn Personalleasing-Firmen für Nachschub an Servicekräften. „Gerade bei großen Veranstaltungen, die wir im Haus fast jede Woche haben, arbeiten wir viel mit Aushilfen und Fremdfirmen zusammen“, betont Mihael Djuranovic, Pressesprecherin im Estrel. So kommen hier auf 550 fest angestellte Mitarbeiter rund 300 Aushilfen. Es gäbe in der Personalabteilung von Europas größtem Convention-, Entertainment- und Hotelkomplex eigens Angestellte, die sich ausschließlich um die Organisation von Aushilfen und Fachkräften kümmern (siehe Kasten).

Weitgehend über interne Mitarbeiter versucht das Swissôtel Berlin seinen Bedarf abzudecken. „Diese wissen einfach am besten Bescheid“, sagt Janine Anyiam, Marketing Communications Manager des Hotels, das insgesamt 170 Mitarbeiter beschäftigt. Lediglich bei Bankettveranstaltungen oder bei größeren Events greife man auf Aushilfsfirmen zurück, wobei man auch hier versucht, immer die bewährten Leute zu bekommen.

Auch The Mandala am Potsdamer Platz in Berlin setzt überwiegend auf eigene Angestellte, die oft mit langfristigen Verträgen ausgestattet sind. Selbst Spüler oder Frühstücksaushilfen erhalten bei Mandala festgeschriebene Vereinbarungen auf Stundenbasis. „Nur so können wir unseren Mitarbeitern unsere Philosophie vermitteln, was uns gleichbleibende Qualität und damit zufriedene Gäste garantiert“, erläutert Sabine Strobel, die Personalleiterin des Hauses.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Je größer das Hotel, desto mehr greift man auf Fremdfirmen zurück. Lediglich die kleineren Häuser versuchen durch flexible Arbeitsverträge den unterschiedlichen Bedarf mit eigenem Personal abzudecken. Carla Marconi

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