Hotellerie
Platzhirsch am Main
Frankfurt. Firmengründer Ignaz Blodinger hätte seine Freude. Dem 2007 verstorbenen Gründer des Frankfurter Hotelbetreibers HMG würden die Geschäftsergebnisse gefallen, die seine beiden Söhne Filip und Josef als Gesellschafter verkünden: Zuwächse auf der ganzen Linie, bei Umsatz, Belegung und Yield fürs Geschäftsjahr 2008 (AHGZ vom 17. Januar).
Größter Franchisenehmer
Büros zu Zimmern zu machen, ist das Kerngeschäft der HMG Hotel Management- und Servicegesellschaft mbH & Co. KG, die aus dem Immobilienunternehmen der Familie Blodinger hervorgegangen ist. Meist sind es Bestandsimmobilien, die das Unternehmen in Hotels verwandelt. Wenn veraltete Bürohäuser renoviert werden müssen, könne man doch – bei entsprechend guter Location – auch ein Hotel daraus machen, hatte sich der clevere Immobilienmann gesagt.
Mit der Eröffnung des InterCity-Hotels Frankfurt nahm 1991 die Erfolgsgeschichte der HMG ihren Anfang. Inzwischen auf 19 Hotels in Deutschland, Wien und Zürich gewachsen, sind sechs Häuser Franchisebetriebe der Marken Steigenberger und InterCity, deren größter Franchisenehmer die HMG ist. Die übrigen 13 Häuser werden unter der HMG-eigenen Marke Fleming's Hotels & Restaurants geführt.
Im März 2005 ging das erste Haus der neuen Eigenmarke Fleming's am Frankfurter Platz der Republik an den Start. Ein Jahr später folgte das Fleming's an der Neuen Börse im Stadtteil Hausen und 2007 das Flemings Hamburger Allee, unweit der Messe. Das übernommene Hotel garni Atlantik am Bahnhof mit seinen 60 komplett renovierten Zimmern wird aber ohne einen der Markennamen vermarktet. Es mache „keinen Sinn, dort noch ein weiteres Fleming's hinzustellen“, kommentiert HMG-Chef Hartmut Schröder. Im Radius von 150 Metern um den Bahnhof befinden sich immerhin vier von der HMG geführte Hotels: InterCity Frankfurt (384 Zimmer), Steigenberger Metropolitan (131 Zimmer), Fleming's Frankfurt Messe (96 Zimmer) und Atlantik Garni (60 Zimmer).
Nostalgie mit Paternoster
Allein 2008 eröffnete die HMG drei neue Betriebe in Frankfurt: Das erste 5-Sterne-Haus der Gruppe namens Fleming's Deluxe am Eschenheimer Turm sowie die beiden Serviced-Apartmenthäuser „Livin“. Das Deluxe-Haus mit nostalgischem Paternoster hat mit seinem Panoramarestaurant „unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, sagt Schröder. Auch der Zimmerpreis des Fleming'schen Topprodukts liege über dem der restlichen Hotels der Gruppe.
Im laufenden Jahr investiert der Hotelbetreiber rund 2,5 Mio. Euro in bestehende Betriebe. Ein Großteil fließt ins InterCity-Hotel Frankfurt, das mit 384 Zimmern das größte Haus der Marke und der HMG ist. Nach Lobby, Restaurant und Bar werden nun Zimmer und Bäder grundlegend saniert und mit Flachbild-TV ausgestattet. Bei der HMG hält man nichts von flächendeckender Verbreitung, will lieber an einigen wenigen Orten Platzhirsch sein. In Frankfurt sei allerdings jetzt mit acht Hotels und 1200 Zimmern „die Obergrenze erreicht“, findet Geschäftsführer Hartmut Schröder.
Stark am Standort
Die gewollte Clusterbildung ist ein Konzept, das die HMG außer in Frankfurt auch in München, Wien und Zürich mit weiteren Betrieben umsetzt. Zumal in der Mainmetropole die Serviced-Apartmenthäuser der Marke Livin das Portfolio der expansiven HMG abrunden. Aber: „Man soll niemals nie sagen“, fügt Schröder in James-Bond-Manier hinzu.
