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Spezialitätenrestaurants haben noch Hochkonjunktur: Preiserhöhungen werden die Stimmung drücken

© Frank Bangert

Thüringen

Potenziale sind ausgeschöpft

Mehrwertsteuererhöhung und steigende Energiekosten zwingen die gastgewerblichen Betriebe in Thüringen zu Preiserhöhungen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/51 vom 23. Dezember 2006

ERFURT. Die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 dämpft die Stimmung bei Hoteliers und Gastronomen. In der aktuellen Saisonumfrage Tourismus der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt beurteilen nur noch 27 Prozent der befragten 350 Unternehmen in Mittel- und Nordthüringen ihre derzeitige Geschäftslage mit gut.

Der Klimaindex für das Gastgewerbe ist im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozentpunkte gefallen und erreicht lediglich noch 88 von 200 möglichen Punkten.

„Neben der Mehrwertsteuererhöhung ist es vor allem die Energiekostenexplosion, die den Unternehmern Sorge bereitet, zumal auch in den nächsten Wochen weitere Steigerungen zu erwarten sind“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Dies treffe Gäste wie Unternehmer gleichermaßen. Vieles erinnere schon jetzt an die Euro-Einführung 2002, bei der die Verunsicherung der Verbraucher für die Branche ähnlich spürbare und nachhaltige Einschnitte gebracht habe.

„Höhere Preise könnten weitere Gäste verprellen, die schon jetzt kritisch beobachten und vergleichen“, so Grusser. Trotzdem komme jedes zweite Unternehmen an einer Preiserhöhung nicht vorbei. Die Kostensenkungspotentiale seien ausgeschöpft. Weitere Einsparungen gingen zu Lasten von Qualität und Service und würden von den Kunden konsequent abgestraft. Angesichts dieser Aussichten rechneten nur noch 11 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Die BilanzGegenüberstellung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten eines Unternehmens, mit dem Ziel, das Eigenkapital als Restgröße zu ermitteln.
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für den Sommer fällt geteilt aus. Für 22 Prozent der Unternehmen war es eine schlechte Saison. Umsatzrückgänge beklagen 44 Prozent, nur 27 Prozent konnten geringe Zuwächse erreichen.

„Von der Fußball-WM und dem schönen Wetter im Juni und Juli haben vor allem Gartenlokale und Biergärten profitiert. Die hochsommerlichen Temperaturen machten Kneipen und Restaurants ohne Außengastronomie dagegen zu den Umsatzverlierern“, fasst der IHK-Chef zusammen.

In der Hotellerie habe das Fußball-Großereignis jedoch zum Teil das Stammgeschäft verdrängt: Städte- oder Kulturreisende blieben aus, es fanden kaum Tagungen oder Kongresse statt.

Der verregnete August brachte dann hauptsächlich den Feriengebieten weniger Gäste. Für einen gewissen Ausgleich sorgte der sehr schöne Sommerausklang im September. Auch regional gebe es spürbare Unterschiede: In den kreisfreien Städten Erfurt, Weimar und Eisenach zeichne sich eine positivere Entwicklung ab.

Hier sprachen 83 Prozent der Betriebe von einer guten beziehungsweise befriedigenden Geschäftslage. Die positive Tendenz im Städtetourismus werde auch durch die amtliche Thüringer Statistik bestätigt. Danach konnten sich Gästeankünfte und -übernachtungen der Städte in den ersten sieben Monaten des Jahres zumindest auf Vorjahresniveau halten, während es in den übrigen Gebieten Verluste von 0,9 Prozent bei den Ankünften und 1,3 Prozent bei den Übernachtungen gab.

Positive Beschäftigungseffekte seien in näherer Zukunft nicht zu erwarten. Die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter beziehe sich vorrangig auf Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte. Jeder fünfte Unternehmer fasse dagegen eine Verringerung seiner Mitarbeiterzahl ins Auge. Frank Bangert


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