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Setzt auf Wettbewerb: Minister Dietrich Austermann

© Helmut Heigert

Schleswig-Holstein

Qualität statt Billigheimer

Tourismus in Schleswig-Holstein soll neu ausgerichtet werden / Fördermittel nur noch für Maßnahmen, die ins neue Konzept passen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/49 vom 9. Dezember 2006
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TRAVEMÜNDE. Mit der Neuausrichtung des Tourismus in Schleswig-Holstein geht es los. Das ist die Botschaft, welche die Landesregierung an die mehr als 400 Teilnehmer des Tourismustages Schleswig-Holstein in Travemünde aussandte. Künftig sollen sich alle Akteure im Tourismus des nördlichsten Bundeslandes an dem von Roland Berger Strategy Consultants entwickelten Handlungskonzept orientieren. Auch die Vergabe der Fördermittel wird künftig eng an das Tourismuskonzept gekoppelt. Noch bis zum Jahresende will die Landesregierung 30 Mio. Euro für touristische Projekte ausgeben. „Fördermittel gibt es nur noch für Maßnahmen, die in unser Konzept passen“, sagte Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU).

Nach Angaben des Wirtschaftsministers soll die Zahl der Hotels mit drei bis fünf Sternen im Land zwischen den Meeren deutlich gesteigert werden. Zu diesem Zweck soll ein Ansiedlungsmanager bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
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(WTSH) angestellt werden, der Investoren suchen und beraten soll. „Wir wollen zusätzlichen Wettbewerb“, sagte Austermann. Dabei bräuchten die Hoteliers in Schleswig-Holstein keine Angst vor neuer Konkurrenz
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haben. Ziel sei es, die Qualität der Unterkünfte im nördlichsten Bundesland zu steigern. „Es kann nicht alles bleiben, wie es ist“, fügte der Minister hinzu.

Die Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein erzielt mit rund 7000 gastronomischen Betrieben, etwa 4800 gewerblichen und mehr als 30.000 privaten Beherbergungsbetrieben und insgesamt 130.000 Beschäftigten einen UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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von rund 4,5 Mrd. Euro im Jahr. Während aber der Tourismus weltweit jährlich um 4,5 Prozent wachse, schrumpfe er im Land zwischen den Meeren jährlich um mehr als 1 Prozent. „Neue Wege sind die einzige Chance, diesen Trend zu stoppen“, sagte Jörn Bloching, Partner von Roland Berger Strategy Consultants.

Künftig soll sich deshalb das Tourismusmarketing um die Zielgruppen Familien mit kleinen Kindern, Best Ager sowie anspruchsvolle Genießer kümmern. Darunter verstehen die Unternehmensberater Singles oder Paare ohne Kinder im Alter zwischen 26 und 55 Jahren mit einem durchschnittlichen Monatsnettoeinkommen von 2500 Euro. Nach Angaben von Bloching haben Genießer und Best Ager ein vergleichbares Werteprofil, das sehr gut zu Schleswig-Holstein passe. „Die Best Ager sind allerdings preissensibel“, fügte Bloching hinzu.

Bisher machen allerdings viele „anspruchsvolle Genießer“, die einen Marktanteil von 8,5 Prozent in Deutschland stellen, noch einen Bogen um Schleswig-Holstein: Ihr bevorzugtes Verkehrsmittel ist bei durchschnittlich drei Reisen pro Jahr das Flugzeug, das sie meist in Richtung Süden transportiert. Für Familien mit Kindern sei das beliebteste Verkehrsmittel jedoch das Auto. „Eine einfache Anreise auf dem Landwege ist für diese ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
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sehr wichtig“, fügte Bloching hinzu.

Außer der Konzentration auf die Zielgruppen empfehlen die Unternehmensberater insgesamt 13 Leitprojekte. Darüber hinaus beinhaltet das Gutachten die vier Basisthemen Gastronomie, Gesundheit, Radfahren sowie Baden am Strand sowie die fünf spezifischen Themenschwerpunkte Golf, Kultur, Naturerleben, Reiten und Segeln, mit denen die Zielgruppen angesprochen werden sollen.

„Wenn man zu viele Zielgruppen anvisiert, spricht man niemanden mehr an“, sagte Bloching. Und den Preiswettbewerb mit Billigregionen im Ausland könne das Gastgewerbe in Schleswig-Holstein nicht gewinnen. „Dafür sind die KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
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in Deutschland zu hoch.“ Helmut Heigert


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