Hessen
Quartier an der Startbahn
Flugplatz Egelsbach rüstet auf: Tagungshotel und Gesundheitszentrum sind geplant / Schubeck’s Check-Inn erfolgreich
EGELSBACH. Der Flughafen Egelsbach ist gehörig im Aufwind. Nach dem Großlokal Schubeck’s Check-Inn soll ein Hotel mit Gesundheitszentrum die Dienstleistungspalette am größten deutschen Verkehrsflughafen für Privatjets abrunden.
An den Erfolg von Schuhbecks Check-Inn hatte vor gut sieben Jahren niemand wirklich geglaubt. Doch die Investition von damals, 20 Mio. Mark, hat sich bezahlt gemacht: Das Restaurant am Flugplatz Egelsbach – mit Hausbrauerei, Tagungsräumen und prominentem Namensgeber – floriert. An diese Erfolgsstory soll das nun geplante 3- bis 4-Sterne-Hotel mit angeschlossenem Gesundheitszentrum anknüpfen. Der Bensheimer Projektentwickler Erich Skoberne, zu dessen Referenzobjekten das Ramada Hotel im nahen Bensheim gehört, will „eine runde Sache“ aus dem Projekt machen. Mit dem Internisten und Kardiologen Roland Bach aus Bad Homburg ist der namhafte Leiter des Gesundheitszentrums bereits gefunden. Eine Klinik mit Hotel sei das Projekt keinesfalls: „Wir bauen ganz explizit ein schönes zweckmäßiges Tagungshotel“, betont Skoberne.
Die Planung sieht ein (Gesundheits-) Zentrum für Diagnostik und Früherkennung mit 5000 Quadratmetern Fläche vor. Dieser drei Etagen hohe Gebäudeteil ist mit dem künftigen Hotel räumlich verbunden. Dort sind auf 10.000 Quadratmetern 110 Zimmer, 16 Suiten, Restaurant und Bar in vier mehrgeschossigen Türmen vorgesehen, sowie ein Tagungsbereich von gut 1000 Quadratmetern.
Im Gesundheitszentrum sollen Check-ups und Vorsorgeuntersuchungen für Gäste aus dem In-und Ausland, aber auch – zur Grundauslastung der Einrichtungen – für Mitarbeiter von Unternehmen im Umfeld angeboten werden. Entsprechende Verhandlungen mit Firmen wie Fraport AG und Deutscher Flugsicherung laufen bereits. Ein Pluspunkt ist zweifellos die günstige Lage zwischen den Autobahnen A 5 und A 671 mitten im Ballungsraum Rhein-Main. Der Bedarf für ein Hotel scheint offensichtlich. Allein das jährliche Sicherheitsmeeting am Flugplatz hat 600 bis 700 Teilnehmer. Zudem wird die „Air Messe“ mit 20 Präsentationsveranstaltungen pro Jahr und jeweils bis zu 1000 Gästen nach Egelsbach verlegt.
Wachsender Standort
Der Flugplatz Egelsbach ist damit der kleine Nachbar des 20 Kilometer entfernten Rhein-Main-Airports in Frankfurt und Deutschlands größter Verkehrsflugplatz für Privatjets. Seit die Landebahn auf 1400 Meter verlängert und ein neuer Tower gebaut wurde, geht es steil aufwärts, freut sich Peter Lehmann, der Geschäftsführer der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG) Egelsbach. 250 Privatflugzeuge von der Cessna bis zum Jet sind ständig in Frankfurt-Egelsbach geparkt. Wirtschaftskapitäne, Prominente und Stars auf Konzert- und Promotiontour landen mit ihren Privatjets in Egelsbach und erreichen nach 20 Minuten Fahrt jeden Zielort im Rhein-Main-Gebiet. Mit mehr als 80.000 Starts und Landungen im Jahr entlastet er den Frankfurter Flughafen im zweistellig wachsenden Bereich Business-Aviation, also Geschäftsleuten und Fracht.
Der Flugplatz ist zudem ein stetig wachsender Gewerbestandort. Dezember 2007 war Baubeginn für ein neues Verwaltungsgebäude mit einer Nutzfläche von 4000 Quadratmetern, in das auch die Flugplatzverwaltung einziehen wird. Angrenzend entsteht bis 2009 ein Gewerbepark mit einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 50 Mio. Euro. Barbara Goerlich
