Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Uwe Barsewitz Foto: Archiv

Mecklenburg-Vorpommern

Rauch zieht durch den Landtag

Bei der Abstimmung über Nachbesserungen beim Nichtraucherschutzgesetz geht die CDU auf Konfrontationskurs

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/19 vom 10. Mai 2008
von  

SCHWERIN. Er übt sich in Sarkasmus: „Einige Verfassungsrichter haben scheinbar mehr Verständnis für die Lage der kleinen Gastwirte als mancher Volksvertreter.“ So gallig kommentiert Uwe Barsewitz, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern, die Entscheidung in Schleswig-Holstein. Dort darf in Einraumgaststätten, in denen nur der Betreiber bedient, einstweilig weitergeraucht werden. Nach Rheinland-Pfalz und Sachsen sind damit in einem dritten Bundesland die zum Teil dramatischen Auswirkungen des Rauchverbotes in Gaststätten erkannt worden.

Angesichts dieser juristisch begründeten Entscheidung löste eine Behauptung des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Günter Rühs, Empörung beim DEHOGA aus. Dieser soll gesagt haben, dass „die von einigen Interessenvertretern öffentlich beklagten Umsatzrückgänge in der Gastronomie bislang nicht seriös zu belegen sind“. Damit stimmte Rühs gegen den Antrag der FDP im Landtag, das Nichtraucherschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommerns zu überarbeiten.

„Ich erwarte von einem Abgeordneten, dass er sich sachkundig macht, bevor er mit solchen Äußerungen in die Öffentlichkeit geht. Umfragen in Bundesländern, die bereits 2007 ein Rauchverbot in Gaststätten eingeführt haben, belegen Umsatzrückgänge bei kleinen Gastronomiebetrieben von bis zu 50 Prozent. Das deckt sich auch mit unseren Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Barsewitz und macht den Wirten Hoffnung. „Wir erwarten noch vor dem Sommer eine grundsätzliche Aussage der Verfassungsrichter in Karlsruhe. Die Zeichen stehen nicht schlecht für die kleinen Wirte. Allerdings muss dabei die gesamte Einraumgastronomie berücksichtigt werden“, so der DEHOGA- Hauptgeschäftsführer. srk

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Ein Koch für alle Fälle

Mit 980.000 Beschäftigten im Jahr 2007 bleibt das Gastgewerbe laut DEHOGA Bundesverband wichtiger Jobmotor in Deutschland. mehr...

Weitere Artikel aus Regional und Lokal vom 10.05.2008 :

Berlin: Ein Koch für alle Fälle (10.05.2008)
Foto-Justa München, Ralph Lacher, Armin Leberzammer: Land und Leute (10.05.2008)
Baden-Württemberg: EM beschert Weil volle Betten (10.05.2008)
Baden-Württemberg: Neues Hotel für Heilbronn (10.05.2008)
Baden-Württemberg: Brand vernichtet Traditionshotel (10.05.2008)
Bayern: Die Nachfrage steigt (10.05.2008)
Bayern: Jeder Gang mit Kräutern (10.05.2008)
Bayern: 150 Jahre Hotel Vier Jahreszeiten (10.05.2008)
Rheinland-Pfalz: Kreativität ist gefragt (10.05.2008)
Hessen: Von Toastbrot bis Pumpernickel (10.05.2008)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel