Niedersachsen
Rauchverbot bringt Branche in Not
DEHOGA Landesverband pocht auf Entscheidungsrecht bei geschlossenen Veranstaltungen
GÖTTINGEN. Für den niedersächsischen DEHOGA ist das Thema Nichtraucherschutz im Gastgewerbe noch keinesfalls beendet: „Was da als Ruhe an der gastronomischen Nichtraucherschutzfront wahrgenommen wird, ist für mich sehr trügerisch“, sagte Verbandspräsident Hermann Kröger jetzt während des Landesverbandstages in Göttingen, „das brodelt nach wie vor“.
Bis zum Ende dieses Jahres soll das bisherige Nichtraucherschutzgesetz in Niedersachsen noch einmal hinsichtlich seiner Auswirkungen auf das Gastgewerbe überprüft werden. Kröger verwies in dem Zusammenhang darauf, dass „insbesondere durch den europäischen Einfluss“ die derzeitige Lage im Bereich Nichtraucherschutz „nicht wieder zurückgedreht“ werden könne. Der Verbandspräsident rechnet zudem damit, dass die Europäische Union in den kommenden Jahren das Thema Rauchen in den Regelungsbereich Arbeitsschutz übernehmen und dabei die jetzt schon geltenden restriktiven Regelungen aus Großbritannien, Irland und Italien übernehmen wird. „Und wenn das mal kommt, bedeutet dies das Ende des Rauchens in Gaststätten. Ich denke, dass Sie das auch so sehen“.
Deshalb will der Verband in nächster Zukunft erneut massiv zumindest eine Änderung bei der derzeitigen Rechtslage für geschlossene Gesellschaften einfordern. „Hier muss der Veranstalter das Entscheidungsrecht über Rauchen oder nicht haben“, sagte Kröger. Gerade zum Jahresende werde in Niedersachsen beobachtet, „dass die Feiern abwandern.“ Einer repräsentativen Telefonumfrage eines Instituts der Universität in München, die der DEHOGA für Niedersachsen in Auftrag gegeben hatte, weist nach, dass neun von zehn Betrieben Schwierigkeiten mit der Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes haben.
Danach sind insbesondere Restaurants betroffen, die Umsatz- und Gästerückgänge zu verzeichnen haben. Bei getränkeorientierter Gastronomie sei die Lage besonders prekär, ein großer Teil der kleineren Unternehmer habe inzwischen sogar Personal abbauen müssen. „Wir werden uns in den kommenden Gesprächen mit der Landesregierung für das Wahlrecht bei geschlossenen Veranstaltungen in separaten Räumen einsetzen und hoffen auf Verständnis bei den Regierungsparteien CDU und FDP“. Uwe Wedler


