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Premiere: Gastwirte aus der Rhön veranstalten in Gersfeld ihr erstes Kochduell Foto: Rodenhausen

Hessen

Rhöner Charme nimmt ICE-Tempo auf

Gast-und Landwirte setzen auf Schafrasse „Schöne Rhönerin“ / Beachtliche Wertschöpfung für die Region

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/18 vom 6. Mai 2006
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GERSFELD „Gutes von Feld, Wald und Wiese“ lautet das Jahresmotto des neuen Kulinariums, mit dem Gastronomen der Initiative Rhöner Charme aus Hessen, Thüringen und Bayern ihre Gäste in diesem Jahr begleiten möchten. Vor 600 Gästen eröffnete Vorsitzender Dieter Kehl (Tann-Lahrbach) in der Rhön-Markt-Halle in Gersfeld die nunmehr zwölfte Saison, während Köche aus neun Wirtevereinigungen Rhöner Spezialitäten feilboten.

Höhepunkt war das erste Rhöner-Charme-Kochduell, bei dem Landrat Bernd Woide gegen den IHK-Vizepräsidenten Wolfgang Wehner und Publikumsgäste antreten musste. „Mit pfiffigen Ideen wollen wir unsere Gäste kulinarisch verwöhnen und breiten Bevölkerungsschichten Traditionen und Werte in Erinnerung rufen“, betont Dieter Kehl.

Seit 1994 stellt die Gemeinschaft von Gast- und Landwirten jedes Jahr unter ein bestimmtes Motto. Zahlreiche Feste wurden gefeiert, monatlich bis zu 30 Aktionen organisiert und mit einem Kulinarium wechselnde Schwerpunkte gesetzt. Obwohl die Mitglieder keinerlei Gelder aus öffentlichen Mitteln in Anspruch nehmen, ist die Aktion inzwischen in fast ganz Deutschland bekannt. Die Zutaten kommen aus der Region. Vieles stammt aus biologischer Landwirtschaft und wird erst am Morgen des Verzehrs geerntet.

Angeführt wird die Speisekarte von der „schönen Rhönerin“. So heißt die in der Rhön ansässige schwarzköpfige Hausschafrasse, die vor wenigen Jahren fast als ausgestorben galt. Die Gastronomen schätzen die Fleischqualität, zumal es nicht den oft als unangenehm empfundenen Hammelgeruch anderer Schafrassen aufweist. Seit Jahrhunderten überlieferte Rezepte werden mittlerweile nachgekocht, ein wenig modernisiert. „Neue Rezepte kamen hinzu“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Stefan Hohmann (Hilders). Inzwischen gibt es Lammkeule auf Wiesheu, Lammbraten und Hammelsalami.

Über den kulinarischen Genuss der Jahreszeitenküche hinaus ist in diesem Jahr Amüsantes, Beschauliches und Lehrreiches zum Thema „Gutes von Feld, Wald und Wiese“ zusammengestellt worden. Es fehlt auch nicht an Paketen für attraktive Aufenthalte in dem Mittelgebirge rund um die Wasserkuppe. Die teilnehmenden Hotels und Gasthöfe sind mit einem speziellen Logo gekennzeichnet. „Der Rhöner Charme ist in den vergangenen elf Jahren vom Bummelzug- auf ICE-Tempo umgestiegen“, lobte Landrat i. R. Fritz Kramer, der die regionale Küche in der Rhön mit aus der Taufe gehoben hat. „Inzwischen ist sie auf die Nachbarländer Bayern und Thüringen übergeschwappt, hat dank guter Ideen hohes Niveau erreicht.“

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