Branchenpolitik
Rohrbach: Wirte protestieren gegen hohe Mehrwertsteuer
dossier, mehrwertsteuer, gastronomie
von Armin Leberzammer
ROHRBACH/ILM. Trotz des eher geringen Interesses – nur 50 von über 1000 Gastronomen waren der Einladung gefolgt – ist es bei der Protestveranstaltung zum Thema Mehrwertsteuerabsenkung im Hotel-Gasthof Zeidlmaier hoch her gegangen.
Die Kritik richtete sich dabei nicht nur gegen die CSU-Landesregierung, sondern vor allem gegen die BHG-Spitze. „Unser größtes Problem ist, dass wir keine Lobby besitzen“, machte der Organisator des Abends, Karl Zeidelmaier, seinen Standpunkt deutlich. Viel zu leise trete der Verband der Politik gegenüber: „Die Herren vom BHG haben es versäumt, Landtagskandidaten aufzustellen, die unsere Branche mit Nachdruck vertreten.“
Zeidelmaier hat vor kurzem seinen Austritt aus dem BHG erklärt und warb für die Unterstützung des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK), den man nicht auf den Kampf gegen das Rauchverbot reduzieren könne.
Beim eigentlichen Thema eines verminderten Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie, wie ihn zahlreiche europäische Nachbarstaaten kennen, zeigte sich bei den Reden und Wortmeldungen der Wirte Einigkeit. Viel zu lange schon werde von Politikern eine Absenkung versprochen. Im Sinne der Chancengleichheit gerade gegenüber den österreichischen Nachbarn sei dieser Schritt überfällig. Viele Gastronomen stünden vor dem wirtschaftlichen Aus.
BHG-Geschäftsführer Ralf Schell, der im Gegensatz zu Vertretern des örtlichen Kreisverbandes den Weg nach Rohrbach gefunden hatte, erklärte, dass der BHG sehr wohl mit diesem Thema in München vorstellig werde, allerdings ohne „Gepolter“. „Wir haben die gleichen Ziele und ich fände es gefährlich, wenn wir uns jetzt spalten lassen“, so Schell.


