Thüringen
Rückläufige Erträge
DEHOGA-Saisonumfrage: Gastronomen und Hoteliers gehen mit gedämpften Erwartungen in die Wintersaison
ERFURT. Thüringens Wirtschaft ist auf Wachstumskurs, doch im Gastgewerbe kommt dieser Aufschwung bislang nur zögerlich an. Dies ist das Fazit einer DEHOGA-Konjunkturumfrage zur Sommersaison (April bis September 2007). An der Umfrage beteiligten sich 187 Mitgliedsbetriebe.
Die Zahlen spiegeln die unterschiedliche Entwicklung in Hotellerie und Gastronomie wider. Während die Gastronomen das Sommerhalbjahr als „befriedigend“ einschätzten (43,6%), tendierten die Hoteliers eher zu „gut“ (56,9 %).
Bestätigt werden die Umfrageergebnisse durch aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes. Demnach war der Umsatz im Thüringer Gastgewerbe im ersten Halbjahr 2007 rückläufig. Für den Zeitraum Januar bis Juni 2007 meldete das Landesamt ein reales Umsatz-Minus für das Beherbergungsgewerbe von 1,9 Prozent und für das Gaststättengewerbe von 3,1 Prozent.
Mehrwertsteuer belastet
Sowohl Gastronomen (57,7 %) als auch Hoteliers (49,5 %) sind dabei der Meinung, dass sich die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres negativ auf ihre Geschäftslage ausgewirkt hat. Damit dürfte die Steuererhöhung – außer der Belastung durch Energiekosten – einer der wesentlichen Gründe dafür gewesen sein, weshalb sich die Konjunktur in Hotellerie und Gastronomie weniger gut entwickelte als in der Gesamtwirtschaft.
Der Anteil der Beherbergungsbetriebe, die im Sommerhalbjahr gestiegene Umsätze vermelden konnten, liegt – laut DEHOGA-Umfrage – bei 54,1 Prozent. Bei der Umfrage zur Wintersaison 2006/2007 lag dieser Wert noch bei 30,6 Prozent. Ebenfalls gestiegen ist bei mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen (52,3%) die Zimmerauslastung, wohingegen im Frühjahr noch 37,4 Prozent der Befragten eine gesunkene Zimmerauslastung angaben.
Der Verband stellt jedoch fest, dass der Ertrag der Unternehmen nicht gestiegen, sondern wie schon im Frühjahr gesunken ist. 38,5 Prozent der befragten Unternehmer gaben Ertragsrückgänge an. Immerhin konnten 35,8 Prozent der befragten Unternehmen gestiegene Umsätze verbuchen. Die Erwartungen der Hoteliers für die kommende Wintersaison sind noch immer gedämpft. 37,6 Prozent rechnen damit, dass ihre Erträge sinken werden. Dagegen rechnen 11,9 Prozent mit Steigerungen. Eine negative Tendenz zeichnet sich in der Gastronomie ab. Hier erwartet die Mehrzahl Rückgänge bei Gästezahl, Umsatz, Ertrag sowie den Investitionen. Fast jeder zweite Gastronom geht von Gästezahl- und Umsatzrückgängen (je 44,9 %) aus. Fast zwei Drittel (62,8 %) gaben Ertragsrückgänge an.
Preisanstiege befürchtet
Nicht einmal jeder fünfte Betrieb konnte in der Sommersaison Steigerungen bei den Gästezahlen verbuchen. Entsprechend verhalten sehen die Zukunftsprognosen der Gastronomen aus. Erwartet werden eher gleich bleibende Gästezahlen und Umsätze. Hoffte in der Umfrage vom Frühjahr noch jeder fünfte Betrieb auf steigende Gästezahlen für die kommende Saison, ist dies in der aktuellen Umfrage nur noch jeder zehnte Betrieb. Hingegen rechnen aktuell (37,2%) der Gastronomen mit steigenden Preisen für Speisen und Getränke in der kommenden Saison, was mehr als doppelt so viele sind wie noch im Frühjahr.
Besonders bedenklich sehen die Thüringer Gastronomen die Ertragsentwicklung: Die Hälfte der Befragten erwartet sinkende Erträge und noch nicht einmal 8 Prozent der Unternehmer hoffen auf steigende Erträge. Ekkehard Tanzer
