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Der radelnde Gastronom: Thomas Frenzel verbindet Hobby und Beruf Foto: Patrick Kunkel

Sachsen Mit dem Wirt auf Bike-Tour

Familienbetrieb im Mittleren Erzgebirge: Thomas Frenzel hat die Zielgruppe der Radler und Mountainbiker im Visier

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/45 vom 6. November 2010
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LENGEFELD. Wenn es auf Weihnachten zugeht, kommen viele Reisebusse und bringen Touristen ins Erzgebirge. Hotels und Gaststätten brummen dann und mancherorts schnellen die Belegungszahlen auf mehr als 80 Prozent. Doch in der warmen Jahreszeit ist es in Mittleren Erzgebirge eher ruhig.

„Wir sind nicht gerade eine Tourismus-Region, in die automatisch Leute kommen. Wir haben einfach nicht das Flair und den Bekanntheitsgrad wie etwa Bayern. Daher muss man sich als Wirt schon etwas einfallen lassen“, sagt Thomas Frenzel, Inhaber des Forsthauses Frenzel. Genau das hat er getan.

Bei ihm ist auch im Sommer Hauptsaison, denn er hat aus der 150 Jahre alten Traditionsgaststätte kurzerhand die erste Rad- und Mountainbike-Pension Sachsens gemacht – und kann seither nicht über mangelnde Auslastung klagen.

„Den Gasthof in dem kleinen Weiler Vorwerk gibt es seit 1873“, betont der jetzige Inhaber, der hier mit seiner Lebensgefährtin, Koch und Kellnerin sowie diversen Aushilfen arbeitet. „Wir bieten bodenständige Küche“, so Frenzel, „und das soll auch so bleiben.“ Auf der Karte stehen traditionelle Gerichte wie Sauerbraten mit Klößen und Rotkohl, Sülze, aber auch mal Mufflonbraten mit Rosenkohl – alles hausgemacht. Seit Frenzel 2007 das Gasthaus mit seinen 120 Plätzen und 23 Gästebetten von seinem Vater übernommen hat, weht auch ein frischer Wind in Lengefeld-Vorwerk: 30.000 Euro hat Frenzel seither in den Um- und Ausbau gesteckt.

Vor allem das Sportangebot unterscheidet das Haus von den Mitbewerbern. So hängt vor der Tür der Gastwirtschaft ein Automat mit Fahrradschläuchen, während man drinnen beim Wirt Tipps über die besten Routen rund um Lengefeld bekommt. Dreckige Fahrradklamotten werden gewaschen – ohne Aufpreis. Es gibt eine kleine Werkstatt und ein Abstellraum für die Räder. „Wenn ich Zeit habe, fahre ich selbst mit den Gästen eine Runde,“ sagt Frenzel, der sich am liebsten in voller Montur die steilen Trails runterstürzt. Viele kommen eigens wegen der geführten Touren ins abgelegene Forsthaus. „Leute aus Leipzig oder Dresden, die morgens ankommen und nachmittags wieder abreisen.“ Im Wald rund um das Forsthaus haben Frenzel und Mitstreiter in Ermangelung ausgewiesener Radrouten selbst in mühsamer Kleinarbeit ein Netz von Mountainbike-Strecken ausgeschildert. Daraus ist ein größeres Projekt geworden: „Miriquidi-Bike-Trails“, wobei das Wort „Miriquidi“ auf den alten Namen des Erzgebirges anspielt und „Dunkelwald“ bedeutet.

„Es ist ein Mehraufwand, aber dieser wird honoriert. Insgesamt kommen jedes Jahr etwa 500 Gäste wegen Mountainbike-Touren“, schätzt Frenzel. An Wochenenden nehmen auch mal große Radler-Gruppen den Gasthof in Beschlag. Bei Frenzel kann man auch nur eine Übernachtung buchen. Damit erreicht er auch Gäste, die Etappenreisen unternehmen.

Seit vorigem Jahr merkt man die behutsame Erneuerung auch auf der Speisekarte: „Wir versuchen das Traditionelle zu bewahren, zugleich wollen wir uns aber auch nach den Bedürfnissen der Sportler richten, die bei uns absteigen.“ Neben dem Sportprofil legt Frenzel vor allem Wert auf Regionales: Es gibt Rechenberger Bier, das in einer kleinen, nahe gelegenen Brauerei gebraut wird. Patrick Kunkel




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