Schleswig-Holstein Keine Angst vor leeren Plätzen
Sachsenwald Hotel Reinbek will städtisches Kulturzentrum in eigener Regie betreiben / Tagungsgeschäft läuft gut
REINBEK. Der Betrieb eines Theaters treibt manchem Stadtkämmerer den Schweiß auf die Stirn. Peter Schneeberg, Eigentümer des Sachsenwaldforums in Reinbek, sieht der Zukunft des Kulturzentrums in Reinbek jedoch ganz entspannt entgegen. Dabei hat die Stadt Reinbek den PachtvertragÜberlassung von Miet- und Pachtgegenständen gegen Entgelt auf eine bestimmte oder unbestimmte Zeit festgelegt sowie hinsichtlich der Rückgabepflicht eingeschränkt.
weiter mit Mausklick... für das Forum zum Ende des Jahres 2014 gekündigt. „Wenn der Vertrag ausläuft, werden wir die Bewirtschaftung des Forums selbst übernehmen“, fügt er hinzu.
Hotelbetrieb floriert
WEITERE BILDER ZUM ARTIKEL
Schneeberg hatte die 1982 für umgerechnet 24 Mio. Euro gebaute Immobilie mit einer Nutzfläche von knapp 7500 Quadratmetern im Jahr 1995 von der Landesbank Schleswig-Holstein gekauft. Als neuer Eigentümer übernahm er den Pachtvertrag zwischen der Landesbank und der Stadt Reinbek für das Forum, der ihm nach eigenen Angaben zurzeit 300.000 Euro Pacht pro Jahr einbringt. Die Stadt nutzt die Räume für mehr als 1000 Gäste überwiegend für Theateraufführungen und Veranstaltungen. „Wir müssen die Räume des Forums für unsere eigenen Veranstaltungen von der Stadt mieten“, sagt Schneeberg.
Zentrales Gebäude des Immobilienkomplexes, das außer dem Sachsenwaldforum, die Stadtbibliothek, eine Arztpraxis und elf Läden umfasst, ist das Sachsenwald Hotel Reinbek. Schneeberg hatte das Hotel nach seiner Übernahme für knapp 5 Mio. Euro komplett saniert. „Der frühere Hotelpächter hatte verbrannte Erde hinterlassen“, erzählt er. Seit November 2011 wurden alle 64 Zimmer für mehr als 1 Mio. Euro erneut komplett renoviert. Die Zimmer haben nach eigenen Angaben eine durchschnittliche Auslastung von rund 60 Prozent. Nach Angaben von Schneeberg schreibt das Hotel schwarze Zahlen. „Viele Firmen in der Umgebung sorgen für eine gute Auslastung“, sagt er.
Unter der Leitung von Direktorin Diana Hennings kümmern sich 24 Mitarbeiter, darunter 3 Auszubildende, um die Gäste. Das Sachsenwald Hotel verfügt über ein Restaurant mit 50 Sitzplätzen. Außerdem finden bis zu 20 Gäste im Pub und 15 Gäste an der Bar einen Sitzplatz. Küchenchef Thomas Paul setzt auf eine moderne internationale Küche mit regionalen Schwerpunkten. Zur Entspannung steht den Hotelgästen eine Sauna und ein Fitnessraum zur Verfügung.
Außer der LogisÜbernachtung. Übernachtungspreis ohne Frühstück.
weiter mit Mausklick... trägt das Tagungsgeschäft hauptsächlich zum UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
weiter mit Mausklick... des Sachsenwald Hotels bei. Im Hotel befinden sich 4 Konferenzräume. Außerdem will Schneeberg in Zukunft das Sachsenwaldforum verstärkt für Tagungen und Veranstaltungen nutzen. „Wir werden das Forum vom Hotel her komplett auslasten“, sagt er. So erlaube zum Beispiel die für ein Hotel im Großraum Hamburg einmalige Bühnentechnik im Theater auch Präsentationen von Neuwagen. Außerdem wolle er das Geschäft mit gesellschaftlichen Veranstaltungen ausbauen. „Ein Abi-Ball ist mir lieber als ein Theaterstück“, sagt Schneeberg. Er habe zwar nichts gegen Kultur. Aber ein Abiturientenball bringe den vierfachen Umsatz einer Theateraufführung.
Verzicht auf Partys
Allerdings will der Eigentümer auch nicht jede Form von Veranstaltung in seinem Haus weiterführen. So habe die Stadt mit der Vermietung des Forums an den Veranstalter von Ü-30-Partys schlechte Erfahrungen gemacht. Nahezu bei jeder der Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen musste die Polizei anrücken. „Nach einer Party mussten wir den Holzfußboden für 30.000 Euro sanieren“, erzählt er.
Fazit: Schneeberg ist gern Herr im eigenen Haus. Der Eigentümer von mehreren tausend Mietwohnungen, Einkaufszentren und Altenheimen in Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein betreibt außer dem Sachsenwaldhotel in Reinbek zwei weitere 4-Sterne-Häuser in Eigenregie: das Hotel Hafen Hitzacker mit 31 Zimmern und das Strandhotel Grömitz mit 39 Zimmern. Schneeberg: „Die Hotels sind zwar nicht sehr groß aber ich lege Wert auf eine exklusive Ausstattung.“ Ein stimmiges Geschäftsprinzip. Helmut Heigert


