Anzeige

Anzeige

Soll wieder auferstehen: Das Schlosshotel Bühlerhöhe  Foto: Hotel

Hotellerie

Schlosshotel Bühlerhöhe ist verkauft

12. Juli 2010
von Hannes Kuhnert

BÜHL. Das Schlosshotel hat einen neuen Besitzer. SAP-Gründer hat es an eine Investorengruppe verkauft. Das Hotel schließt zum 1. August, die Übernahme erfolgt zum 1. Oktober. Übernommen wird nur die Immobilie, für die 120  Mitarbeiter werden „sozialverträgliche Lösungen“ gesucht.

Dies versicherte bei einer Pressekonferenz in Bühl Berthold Wipfler, Bevollmächtigter der Besitzer-Familie Hopp. Die Bühlerhöhe war im Jahr 2002 an die spanische Hotelgruppe NH Hoteles verpachtet worden. Dort habe man sich „nicht mehr gut aufgehoben gefühlt“, so Wipfler, vor allem sei ein immenser Sanierungsstau aufgelaufen. Das sei in den vergangenen Jahren Auslöser zu wiederholten Auseinandersetzungen zwischen Inhaberfamilie und Pächterin gewesen. „Der Druck der Realität und der wirtschaftliche Druck“ hätten laut Wipfler nun dazu geführt, dass der Pachtvertrag mit NH Hoteles „einvernehmlich“ vorzeitig aufgelöst wurde. Bereits vor Jahren habe es Versuche gegeben, aus dem Vertrag auszusteigen.


Gesellschafter  bleiben unbekannt
Letztlich eröffnete erst die Möglichkeit, die Immobilie zu verkaufen neue Wege. Neuer Eigentümer ist die in Baden-Baden ansässige und neu geschaffene Anna Maria Vermögensverwaltung GmbH, die durch Geschäftsführer Martin Ernst vertreten wird. Er ist Vorstand einer Baden-Badener Immobilienfirma, die bereits an anderen spektakulären Immobilienverkäufen beteiligt war.


Martin Ernst verrät nichts über die Gesellschafter, deren Zahl „über eins und unter fünf liege. Sie seien Persönlichkeiten, die sich als Gäste zum Teil seit Jahrzehnten der Bühlerhöhe verbunden fühlen. Sie verstehen sich laut Ernst als „Mäzen für ein einzigartiges Kulturgut“ und erwarten keine Verzinsung ihrer Investition. Kauf und Generalsanierung des traditionsreichen 5-Sterne-Haus machen eine Summe von insgesamt 100 Mio. Euro aus. Darin enthalten ist auch das benachbarte Plättighotel.


Luxushotel für besondere Ansprüche
Die in die roten Zahlen gerutschte Bühlerhöhe soll, so Ernst, als Luxushotel wieder in die Spitze der deutschen Hotels geführt werden. Die Investoren erwarten, dass das Hotel nach Renovierung und Umbau in der Lage sein wird, künftige Investitionen selbst zu erwirtschaften. Bis dahin sei viel zu tun. Das Hotel werde umgebaut, es müssen neue Konzepte gefunden werden, um es auf dem internationalen Markt wieder wirtschaftlich zu platzieren. Für die Innenausgestaltung werden Gespräche mit den weltbesten Hoteldesignern geführt.


Ernst machte kein Hehl daraus, dass die neue Bühlerhöhe ein Luxushotel für besondere Ansprüche sein werde. Alle Blicke sind auf das Jahr 2013 gerichtet, dann wird der 100. Geburtstag des Schlosshotels gefeiert. Es wurde einst als Villa auf 800 Höhenmeter im Schwarzwald mit Blick ins Rheintal gebaut, war Offiziersgenesungsheim und Hotel. Radiopionier Max Grundig kaufte in den  achtziger Jahren das Anwesen und investierte für die Wiedereröffnung rund 150 Millionen Mark. Im Jahr 1999 erwarb Dietmar Hopp das Schlosshotel. (Siehe auch das Interview mit Martin Ernst in der Print-Ausgabe der AHGZ vom 17. Juli.)

Themenalarm Kommentieren Drucken
Auch interessant

Ein Grand Hotel stirbt

Die Bühlerhöhe ist ein Ort fernab der Alltagswelt. Daraus müsste ein neues Konzept etwas machen ... mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

In eigener Sache: Ein Grand Hotel stirbt (19.06.2010)
Editorial: Ein Kettenhotel mit Seele (15.10.2011)
Personalia: Reto Schumacher wieder auf der Bühlerhöhe (30.09.2011)
Hotellerie: NH Hoteles schließt auch Plättig-Hotel (23.06.2010)
Hotellerie: Bühlerhöhe fällt in Dornröschenschlaf (21.06.2010)
Hotellerie: Schlosshotel Bühlerhöhe macht dicht (15.06.2010)

Weitere Artikel zu den Themen:

, ,

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige

Die AHGZ bei Facebook

Aktuelle Jobangebote im Jobsterne-Stellenmarkt

Zu weiteren 40.000 Stellenangeboten

Frage der Woche

Nachfolge

Die Eltern haben Erfolg, doch die Kinder winken ab. „Warum finden sich für viele Gastro-Betriebe keine Nachfolger?“

Diskutieren Sie mit