Schleswig-Holstein
Selfness statt Wellness
Detlev Rickmers will mehr als 1 Millionen Euro in sein Hotel auf Helgoland und somit auch in seine Zukunft investieren
HELGOLAND Der Felssockel der Insel Helgoland ist nur 5138 Hektar groß. Das setzt Erweiterungsbauten von Hotels auf dem roten Felsen enge Grenzen. Trotzdem will Detlev Rickmers sein Ringhotel Insulaner fit für die Zukunft machen. Er setzt dabei nicht auf einen weiträumigen Wellnessbereich, sondern auf „Selfness“: Wind, Brandung, Aerosole – „Thalasso in seiner ursprünglichen Form“, fügt er hinzu. Rickmers setzt damit konsequent einen Erneuerungsprozess seines Hauses fort, den er Ende der 1990-er Jahre begonnen hat. „Vor 10 Jahren waren wir noch ein Garni-Hotel mit 50 Betten“, blickt er zurück. Mitte der 1990-er Jahre steckte die Hotellerie auf Helgoland in einer schweren Krise. Die Insel litt unter dem Image eines „Fuselfelsens“. Die Bausubstanz der meisten Hotels und Pensionen war veraltet. Die Zimmer waren zu klein. Durch den Ankauf von Häusern und Nachbargrundstücken legte Rickmers den Grundstein für den Wiederaufschwung.
Die Zahl der Betten wurde durch die Übernahme des Nachbarhauses Südstrand von 35 auf 67 aufgestockt. Im Zuge der 4-Sterne-Klassifizierung wurden die Doppelzimmer auf 24 Quadratmeter vergrößert. Außerdem kaufte Rickmers im Jahr 2000 das 3-Sterne-Hotel Hilligenlei an der Kurpromenade 36 mit 29 Zimmern. Seitdem leitet der Hotelier mit insgesamt 117 Betten den größten Hotelbetrieb auf der Insel. Während Rickmers sein Hotel Hilligenlei überwiegend an Gruppen vermietet – „von Mai bis September sind wir komplett ausgebucht“ – setzt er im Insulaner auf individuelle Feriengäste. Für sein Selfness-Konzept hat er einen kleinen aber feinen Beauty- und Wellnessbereich geschaffen.
Zwei Private Spas, von denen sich eines in einem Blockhaus im Garten befindet, können stundenweise von den Gästen gemietet werden. Nicht Animation und Event, sondern Langsamkeit und Konzentration auf das Wesentliche bilden den Kern des Angebots, das durch Reiki und Autogenes Training ergänzt wird. In dem insgesamt 2500 Quadratmeter großen Hanggarten befinden sich außer kleinen Nischen zum Meditieren im Sommerhalbjahr auch eine Strandkorbterrasse mit Blick auf die Nordsee. Rickmers befindet sich mit seinem Konzept auf der Erfolgsschiene. Während die Insel in den vergangenen zwei Jahren fast ein Viertel ihrer Tagesgäste verloren hat, konnte Rickmers bei den Übernachtungszahlen um 10 Prozent zulegen. Insgesamt erzielte er im vorigen Jahr eine durchschnittliche Auslastung von 65 Prozent: „Dabei ist das Hotel von November bis Februar nur zu durchschnittlich 15 Prozent ausgelastet.“ Insgesamt kümmern sich im Hotel 14 Angestellte um die Gäste, davon 2 Mitarbeiter im Beauty- und Wellnessbereich. Das Hotel-Restaurant ist verpachtet.
