Hauptstadt Berlin
Sommerzeit bedeutet Auszeit
Restaurant Adermann hält als einziges der sieben 1-Sterne-Restaurants die Stellung
BERLIN (blu). Am Tag der Love Parade war Schluss im Restaurant Margaux: Betriebsferien vom 13. Juli bis 6. August. An der Nahtstelle zum Tiergarten, wo die nicht nur von Techno-Musik entfesselten Raver tanzten und tobten, wäre ohnehin kein Gourmet mehr als Gast gekommen. Also wurde auf das Wochenendgeschäft verzichtet.
Schlag auf Schlag ging es weiter mit den Schließungen: Das Lorenz Adlon pausiert vom 14. Juli bis 12. August, das Restaurant Quadriga im Hotel Brandenburger Hof vom 15. Juli bis 29. August. Damit fallen fast gleichzeitig 3 von insgesamt 7 hauptstädtischen Sternerestaurants vorübergehend aus. Urlaub macht ab 22. Juli das Team vom Restaurant Zum Hugenotten im Inter-Conti. Ab 22. August ist es wieder empfangsbereit. Erstmalig wegen Betriebsferien schließt das Vau vom 27. Juli bis 8. August. Die kurze Auszeit ist mit Renovierungsarbeiten zu erklären, weniger mit Ferien. In die verabschieden sich am 28. Juli Köche und Kellner vom First Floor im Hotel Palace. Am 25. August geht es dann gleich in die Vollen, wie Restaurantchef Uwe Lein erklärte.
Bleibt als siebtes und einziges durchgehend während der Sommerwochen geöffnetes Sternerestaurant das Adermann in der Oranienburger Straße. Dessen Mitarbeiter gehen gleitend in den Urlaub, so wie es in den vergangenen Jahren auch die vom Vau taten, wäre da jetzt nicht die fällige Renovierung. Dass nun das Adermann der große Nutznießer der Schließung von sechs Berliner Feinschmeckeroasen (Kernzeit letzte Juli- und erste Augustwoche) sein wird, wäre ihm zwar zu wünschen, muss jedoch angesichts der allgemeinen Flaute und der Ferien vieler Firmen bezweifelt werden.
Der Schulbeginn in Berlin am 19. August hat auf die Edelgastronomie keinen Einfluss. Familienväter und -mütter gehören nicht zur Klientel der Sterneköche. Das Margaux hatte im letzten Jahr getestet, ob sich das Hochsaisongeschäft lohnt, und war vom Ergebnis enttäuscht.