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Die Sonne lacht: Birgit und Karl Baier betreiben das älteste Gasthaus Landshuts Foto: Niko Schuller

Bayern

Sonnenaufgang in Landshut

Vom Wirtshaus mit Zimmervermietung zum 4-Sterne-Stadthotel / Inhaber investieren mehr als eine Million Euro

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/38 vom 22. September 2007
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LANDSHUT. Die Goldene Sonne nannte sich zwar Hotel, war aber nur ein „Wirtshaus mit Zimmervermietung“, wie die Eigentümer Birgit und Karl Baier sagen. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass dieses Traditionshaus mit hohem Kostenaufwand renoviert und letztlich vor dem Ruin bewahrt wurde. „Die Goldene Sonne ist ein touristisches Aushängeschild für ganz Niederbayern“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, als er jetzt dem Inhaber-Ehepaar die 4-Sterne-Klassifizierung überbrachte.

Gerettet vor dem Untergang

„Als wir im Jahr 2000 das Haus übernommen haben, war die Goldene Sonne am untergehen“, berichtet Birgit Baier. Seit Jahrzehnten war nicht mehr in das Haus investiert worden. Vor allem die Zimmereinrichtungen waren völlig veraltet. Es gab auch keine dauerhaft besetzte Rezeption. „Wir hatten den Mut zum Risiko und haben uns hoch verschuldet, um das Haus mit einem neuen Konzept wieder erfolgreich betreiben zu können.“

Birgit Baier, gelernte Bankkauffrau, ist für den Hotelbetrieb und die kaufmännische Verwaltung verantwortlich. Ihr Mann Karl (Koch und Hotelkaufmann) leitet Küche und Restaurant.

Seit dem Jahr 2000 haben die beiden weit über 1 Mio. Euro in Umbauten und die Neugestaltung des Hauses investiert. Aus dem alten Haus sollte ein feines Stadthotel für Geschäftsreisende, Kurzurlauber und Privatgäste werden, das kleine Tagungen bis zu20 Teilnehmern aufnehmen kann. Es ging darum, überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben, andererseits aber auch um die Goldene Sonne in die Reihe der niederbayerischen Spitzenhotels einzugliedern. Beides ist gelungen: Das beweisen die gute Auslastung in Hotel und Restaurant und die Klassifizierung als das zweite Haus in Landshut mit vier Sternen. Die Goldene Sonne ist das älteste Gasthaus der Stadt. Vor 1400 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. 1550 erhielt der Weinschenk Georg Wolfauer das erste Schankrecht auf das Anwesen. Im Jahr 1920 ging der Besitz auf die Familie Baier über, von der er heute noch in dritter Generation, bewirtschaftet wird. In seiner Geschichte waren hier prominente Persönlichkeiten zu Gast: 1784 Großfürst Paul von Russland, 1824 Prinz Johann von Sachsen, 1969 Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Auch Schauspieler und Opernsängerinnen wohnten hier.

Die Gästezimmer im Haus sind alle bis ins Detail hochwertig eingerichtet. Alle Möbel sind von Schreinern individuell angefertigt worden, um auch in das 500 Jahre alte Haus zu passen, berichtet Birgit Baier.

Die Gastgeber sind immer im Haus präsent und bieten eine Art familiärer Gastlichkeit aus der sich in vielen Fällen sogar persönliche Beziehungen zu den Stammgästen entwickelt haben. „Wir kennen unsere Gäste und vor allem ihre Vorlieben“, sagt Birgit Baier. In der Küche sorgt Karl Baier zusammen mit Anton Schwimmbeck und Michael Weiß für niederbayerisch-regionale Gerichte. Sie setzen dabei durchaus auch internationale Akzente. Karl Baier: „Wir verkörpern eine bayerische Küchentradition, die es in Landshut kaum mehr gibt, auch hinsichtlich der Qualität.“ Aufgrund des hohen Wareneinsatzes sei eine durch Frische geprägte bayerische Regionalküche nur sehr schwer nachhaltig durchzuhalten, erklärt er.

Viele Stammgäste

Der Zimmerverkauf erfolgt durch Werbemaßnahmen und vor allem über Empfehlungen zufriedener Gäste; Hauptzielgruppen sind Geschäftsreisende und Firmenkunden. „Wir haben 70 Prozent Stammgäste“, berichtet Birgit Baier. In auslastungsschwachen Zeiten wird versucht, mit Omnibus-Gruppenreisen und speziellen Angebote für Radfahrer, die Betten zu füllen. Eine Investitionslücke wollen Birgit und Karl Baier nicht mehr entstehen lassen. Sie betonen, alle Gewinne bleiben im Betrieb und werden zur ständigen Verbesserung des Hauses verwendet. So soll noch in diesem Jahr im Innenhof ein kleiner Pavillon errichtet werden. Niko Schuller

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