Sachsen
Spagat zwischen Barock und Moderne
Doppelter Grund zum Feiern: Das Taschenbergpalais wurde vor 300 Jahren erbaut, Kempinski ist seit zehn Jahren Betreiber
DRESDEN Grund zum Feiern gab es im Dresdner Taschenbergpalais. Zum einen wurde der Sandsteinbau vor 300 Jahren als Geschenk des sächsischen Fürsten und polnischen Königs August der Starke für seine Mätresse Gräfin Cosel erbaut, und zum anderen betreibt Kempinski seit nunmehr zehn Jahren darin ein 5-Sterne-Hotel mit 214 Zimmern und Suiten.
Nach dem Bombenangriff am 13. Februar 1945 auf Dresden blieben von dem Palais nur noch einige Mauern stehen, und die Dresdner und ihre Gäste mussten bis nach der Wende warten, dass ein Investor ihr geliebtes Palais wieder aufbauten. Wie stark sie am Palais hingen, zeigten die ersten Tage des Soft-Openings. An manchen Tagen kamen über 10.000 Schaulustige, um einen Blick in die Hotelhalle zu werfen. Nach zehn Jahren ist nun Alltag eingezogen, haben inzwischen 600.000 Gäste die Bequemlichkeit des Luxushotels kennen gelernt und sind von einem besonders aufmerksamen Service verwöhnt worden, haben sich Dutzende Staatsleute und Prominente aus Wirtschaft und Kunst in das Gästebuch eingeschrieben, aber das Taschenbergpalais, oder das „Kempi“, wie die Dresdner sagen, ist immer noch etwas Besonderes geblieben. Auch deshalb, weil es wie kaum ein anderes Luxushotel vielfältigen gastronomischen Ansprüchen entgegen kommt.
Deftig und preiswert kann man beispielsweise auch im „Paulaner“ essen und trinken. Dessen Wirt Frank Baumgürtel startete hier gleichfalls vor zehn Jahren seine Gastronomenkarriere in Dresden. Deshalb wurde das Jubiläum auch gemeinsam gefeiert. Hoteldirektor Ronald in’t Veld will in den kommenden Wochen noch einige Highlights anbieten. „Dazu werden wir unter die bisher schon guten Kontakte zur Semperoper intensivieren. Wir haben auch unsere Gäste aufgerufen, Ideen für Events, in denen die 10 und die 300 eine Rolle spielen, vorzuschlagen“, meinte er.
Immer würden die Angebote seines Hauses aber im Spannungsfeld zwischen Barock und Moderne stehen. So wird in seinem Haus beispielsweise die Nanotechnologie in der „Stadt der Wissenschaft Dresden 2006“ eine besondere Rolle spielen.
Auch betriebswirtschaftlich werden im Taschenbergpalais neue, moderne Wege eingeschlagen. Das Bistro und eine Bar sind bereits als Proficenter in die Verantwortung der Mitarbeiter gegeben. Das wäre laut Ronald in’t Veld einmalig in der deutschen Grandhotellerie.

