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Baden-Württemberg

Spaß und Motivation beim UFG-Powertag

Teilnehmerinnen begeistert von abwechslungsreichem Programm / Konzept der Landesvereinigung kommt an

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2002/43 vom 26. Oktober 2002

BAD URACH (do). Ein großer Erfolg für die Landesvereinigung der Unternehmerfrauen im Gastgewerbe (UFG) war der zweite „UFG Powertag“ am 16. Oktober in Bad Urach. Rund 210 Frauen erlebten einen Tag mit echtem Power-Programm: Motivierende Vorträge, Spaßeinlagen und feine Schmeck-den-Süden-Küche vom Hotel Graf Eberhard sorgten für ein durchweg positives Echo.

„Ich finde es ganz toll, dass so viele Frauen heute nach Bad Urach gekommen sind“, erklärte eine sichtlich zufriedene Landesvorsitzende Melanie Kübler zu Beginn der Veranstaltung im praktisch voll besetzten Bad Uracher Kursaal. Grund zur Freude gab es in der Tat, beweist doch der große Zuspruch für diese nicht ganz billige Tagesveranstaltung (Preis pro Person: 65 Euro), dass die UFG-Landesvereinigung mit ihrem „Powertag-Konzept“ auf dem richtigen Weg ist. Der Mix aus Information, Motivation, Spaß und Kommunikation kommt bei UFG-Mitgliedern aller Altersgruppen offenbar hervorragend an.

Den Informationsteil bestritten Melanie Kübler und ihre Stellvertreterin Sabine Speidel zu Beginn selbst: Sie verkündeten nicht nur das neue UFG-Jahresmotto für 2003 („Schlechte Zeiten, gute Zeiten – mit der UFG immer einen Schritt voraus“), sondern präsentierten auch das neu kreierte Logo der Landesvereinigung und die UFG-Seiten im neu gestalteten Internetauftritt des Verbandes.

Informativ waren auch die Interviews mit den Powertag-Gastgebern, dem DEHOGA-Landesvorsitzenden Peter Schmid und seiner Frau Edeltraud. Von Peter Schmid erfuhren die Teilnehmer nicht nur Aktuelles aus der Verbandsarbeit, sondern z. B. auch, wie sich der vielfältig engagierte Hotelier entspannt: bei der Arbeit als Hobbylandwirt im eigenen Kuhstall. Edeltraud Schmid wiederum bekam viel Beifall für ihren unaufgeregt-selbstbewussten Auftritt im Interview: Sicher bedeute das Präsidentenamt ihres Mannes eine zusätzliche Belastung für sie und den Betrieb, aber: „Mein Mann hat sich schon immer viel im Ehrenamt engagiert – ich es bin gewohnt, selbstständig zu entscheiden.“

Gut gelaunt und voller Energie startete Referentin Kerstin Förster aus Dresden danach das Vortragsprogramm des Tages: Drei Weltmeistertitel und einen Olympiasieg im Rudern hat die junge Frau als Spitzensportlerin errungen. Mittlerweile ist die Mutter von zwei Kindern berufstätig als Trainerin.

Den Frauen aus dem Gastgewerbe empfahl Kerstin Förster Selbstbewusstsein und Mut zur Muße: „Ein gesunder Egoismus ist auch werterhaltend. Sagen Sie deshalb auch mal: ,jetzt bin ich an der Reihe’ und stecken Sie nicht immer zurück“, so ihr Rat. Statt durch ein „Wettrüsten der Äußerlichkeiten“ dem Pseudo-Ideal einer „ewigen Jugend“ nachzujagen, plädierte sie dafür, geistig offen und wandlungsfähig zu bleiben. „Jugendlichkeit ist vor allem etwas Innerliches, nicht etwas Äußerliches“, so Förster.

Tipps für erfolgreichen Service

Fachlich interessant und gleichzeitig von hohem Unterhaltungswert war anschließend der Vortrag von Jean-Georges Ploner, der in der Branche durch seine Trainingskonzepte „Service That Sells“ und „Arbeite smart, nicht hart“, bekannt geworden ist. (Die gleichnamigen Fachbücher sind im Matthaes-Verlag Stuttgart bestellbar.)

Ploner entzündete in Bad Urach ein ganzes Feuerwerk interessanter Service-Ideen, das allgemeine Einsichten ebenso enthielt wie ganz konkrete, im Betriebsalltag anwendbare Tipps. Ein Beispiel: Die Frage „Hat’s geschmeckt?“ beim Abräumen nach dem Essen bringt ziemlich wenig und führt im Zweifel zu Peinlichkeiten. Dagegen ist ein höflicher Zufriedenheitscheck nach dem Motto „Ist alles in Ordnung“ etwa zwei Minuten nach dem Servieren der Mahlzeit entschieden besser, denn zu diesem Zeitpunkt gibt’s noch die Chance zu echten Nachbesserungen: Der Gast spürt, dass die Frage tatsächlich ernst gemeint ist.

Wer Mitarbeiter für erfolgreichen „Fun-Service“ begeistern will, muss laut Ploner als Grundvoraussetzung das richtige Umfeld schaffen: Kellner, die Kaffeetassen suchen und spülen müssen, weil’s im Betrieb zu wenige davon gibt, verkaufen weniger Kaffee.

Außerdem zählt natürlich die richtige Motivation: Anstelle des autoritären Führungsstils („drohen, strafen, bestechen, erkaufen“) plädiert Ploner für zeitgemäßere Methoden wie involvieren („die Leute wollen gefragt werden“) überzeugen („Gründe nennen, statt nur zu sagen ,das machen wir schon immer so‘“) und vorleben guter Servicekompetenz. „Die Vorbildfunktion ist das wichtigste Führungsinstrument, das wir zur Verfügung haben“, betonte Ploner.

Weitere Tipps des Serviceprofis:

Vermeide Komplexität: Von der einfachen, klaren Angebotspräsentiation der Systemgastronomie mit Fotos könne die Branche etwas lernen, auch wenn nicht alles übertragbar sei.

Kenne dein Angebot: Nur gut informierte Servicekräfte können gut verkaufen. Faustregel: Zu jedem Gericht auf der Karte müssen Servicekräfte mindestens eine Getränkeempfehlung geben können.

Den Abschluss der Vorträge bildete Siegfried Hochsteins Beitrag „Feng Shui im Gastgewerbe“. Kernaussage hier: Ambiente und Raumgestaltung bewirken mehr als Aktionspreise und Werbung. Dass Hochstein seinen Vortrag überwiegend mit Bildern aus Handel und Großhotellerie illustrierte, trug freilich nicht gerade zur leichten Übertragbarkeit der Aussagen in die Welt der mittelständischen Gastronomie bei. Maßgeblich zum Erfolg des Powertages beigetragen haben im Übrigen nicht nur Gastgewerber, Organisatorinnen und ein gut gelauntes Publikum, sondern auch folgende Sponsoren: Seeberger Kaffee aus Ulm; Kumpf Fruchtsäfte aus Markgrönigen; Fruchthof Nagel aus Neu-Ulm; Mineralbrunnen AG Bad Überkingen, Benz-Weine aus Owen/Teck, die Berg-Brauerei aus Ehingen so-
wie die Einkaufsgenossenschaft H./G./K.. Mit Informationen präsent beim Powertag waren außerdem das Bildungs- und Beratungszentrum Gastgewerbe des Verbandes (BZG), die GFT (zuständig für die Hotelklassifizierung in Baden-Württemberg) und die Initiative „Schmeck den Süden“.

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