Nordrhein-Westfalen
Stabwechsel im Gästehaus
Franz Rattenstetter übernimmt Steigenberger Grandhotel Petersberg / Treffpunkt für Politik, Wirtschaft und Medien
von Regina Goldlücke
KÖNIGSWINTER. Beim Direktorenwechsel auf dem Petersberg wollte das Defilee der Gäste gar kein Ende nehmen. Mit Annemarie und Claudia Steigenberger war auch der gesamte Vorstand der Hotelgruppe und zahlreiche Freunde des noblen Hauses gekommen. Der herzliche Empfang in familiärer Atmosphäre galt vornehmlich Horst Jüntgen, der die Leitung des Grandhotels nach acht erfolgreichen Jahren aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger Franz Rattenstetter nach einer internationalen Karriere als neues Mitglied in der Steigenberger-Familie begrüßt.
„Es ist mir eine besondere Ehre und Verpflichtung, dieses Traditionshaus übernehmen und in die Zukunft führen zu dürfen“, sagte der 58-Jährige in seiner Antrittsrede. „Mir scheint es so, als hätten mich meine vielen Stationen im Ausland auf die Rückkehr an den Rhein vorbereitet. Jetzt kann ich die Erfahrungen mit internationalen Gästen, Staatsoberhäuptern und Würdenträgern nutzen.“
Der Weltenbummler
Tatsächlich ist Franz Rattenstetter viel herumgekommen. Als Director of Sales im Düsseldorfer Nikko-Hotel wechselte er 1989 zu InterContinental, war Director of Marketing im Frankfurter Haus und wurde für lange Jahre Statthalter im nahen und mittleren Osten: in Amman (InterContinental Jordan), in Muskat/Oman (Al Bustan Palace InterContinental) und im Libanon (InterContinental Mzar Mountain Resort & Spa). Zuletzt war er fünf Jahre als General Manager im Crowne Plaza in Bukarest tätig.
Auch Steigenberger-Vorstandssprecher Karl-Anton Schattmaier griff die globale Karriere des neuen Direktors auf: „Seine Lebensgeschichte liest sich wie eine Reise um die Welt. Jetzt ist er an einem Ort mit glanzvoller Geschichte angekommen. Ich bin sicher, er wird das Grandhotel Petersberg im Sinne seiner langen Historie leiten – als Treffpunkt von Politik, Wirtschaft und Medien. Trotz des Umzugs nach Berlin ist es das Gästehaus der Bundesregierung geblieben.“ Schattmaier würdigte in seiner sehr persönlichen Rede Horst Jüntgen als leidenschaftlichen Gastgeber und motivierten Vorgesetzten. Er sei nicht nur ein geschätzter Direktor gewesen, sondern für viele ein guter Freund. „Es war ein Vergnügen, zu Ihnen zu kommen, Sie haben hier ein Zuhause auf Zeit geschaffen.“
Der Vorstandssprecher erinnerte an die Highlights der vergangenen Jahre, in denen Jüntgen das „Who is Who“ der jüngeren Weltgeschichte beherbergt habe, darunter die Queen, Clinton, Jelzin und Mandela. Bei Ereignissen wie dem Afghanistan-Gipfel 2001, wo der Petersberg zum „deutschen Camp David“ umgerüstet worden sei, habe der Direktor mit Disziplin, Geschick und Fingerspitzengefühl eine großartige Leistung gezeigt. „Ich danke Ihnen für Ihr unermüdliches Engagement und Ihre Loyalität“, schloss Schattmaier seine Rede.
Wehmütiger Rückblick
Ex-Bundesgeneralanwalt Kay Nehm griff als Sprecher des Gästehauses die bedeutenden Veranstaltungen auf, die man gemeinsam mit Horst Jüntgen in einer schwierigen Umbruchphase bewältigt und durch alle Klippen gesteuert habe. Er nannte beispielsweise die „Petersberger Perspektiven“, Wissenschaftsgespräche und Symposien. Auch er begrüßte den neuen Mann am Steuer: „Nach seinem beeindruckenden Lebensweg wird der Petersberg für Franz Rattenstetter hoffentlich das Sahnehäubchen sein.“
Horst Jüntgen fiel der Abschied nicht leicht. Er bedankte sich „für die Herzlichkeit, die ich von der Familie Steigenberger immer erhalten habe“ und fand bewegende Worte: „Wie oft habe ich hier gestanden und meine Gäste begrüßt. Behaglichkeit und Geborgenheit zu vermitteln, das war mein Anliegen und das meiner Mitarbeiter.“ Nach acht schönen Jahren sei er „durch göttliche und gesundheitliche Fügung“ zum Rücktritt gezwungen worden. Regina Goldlücke
www.grandhotel-petersberg.steigenberger.de

