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Setzen sich für junge Leute ein: Für Annett und Frank Richard Gliemann ist gute und ständige Aus- und Weiterbildung wichtig Foto: Hotel

Landgasthöfe – Was uns bewegt

Stillstand kennen sie nicht

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/4 vom 21. Januar 2012
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FREITAL. „Die Privathotellerie bietet ein abwechslungsreiches, kreatives Berufsleben sowie vielseitige Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten“, ist Frank Richard Gliemann überzeugt. Gemeinsam mit seiner Frau Annett führt er das Gasthaus und Hotel Zur Linde im sächsischen Freital. Er ist Küchen- und Prüfungsmeister, Lehrausbilder und nicht zuletzt Familienvater. Immer liegt dem Vollblutgastronomen der Berufsnachwuchs am Herzen. Hat er doch selbst eine steile Karriereleiter erklommen.

Jung in die Verantwortung

Durch seine Mutter im Metier groß geworden, stand für ihn der Wunschberuf früh fest. Und so folgte der Schulzeit eine Lehre im damaligen Dresdner Interhotel Newa als Koch. Im Alter von 21 Jahren, wo andere noch auf dem Pfad der Selbstfindung ihren Weg suchen, war Gliemann bereits Chefkoch, mit 23 Gaststättenleiter, mit 29 leitete er ein eigenes Objekt.

Seit 1988 gehört das Gasthaus Zur Linde der Familie Gliemann. Gemeinsam entwickelte sie es von einer Kneipe mit fünf Tischen zum mittelständischen Unternehmen mit dem Status eines 3-Sterne-superior-Hotels und zehn Mitarbeitern. Der Betrieb strahlt dank des Engagements seiner Inhaber weit über die Region hinaus.

Das moderne Gasthaus und Hotel bietet heute 240 Gästeplätze und 55 Betten, Kaminzimmer, Steigerkeller, Restaurant sowie Sandsteingarten, in dem Kräuter und Tomaten für die Küche wachsen.

Seit 22 Jahren bildet die Linde aus. „Vier von ihnen sind heute noch bei uns, andere sind weiter gezogen oder haben die Selbständigkeit gewählt“, freut sich Frank Richard Gliemann. Zugleich bedauert er, dass derzeit kein Azubi im Haus ist, weil sich kein geeigneter Bewerber fand. Seine Erfahrung: „Die Probezeit ist wichtig! Man tut weder dem eigenen Betrieb und erst recht nicht dem Jugendlichen etwas Gutes, wenn der Beruf nicht zu ihm passt.“ Praktika sind dabei die beste Art der „Früherkennung“, so Gliemann.

Engagierte junge Köche und Fachleute haben derzeit insgesamt gute Chancen, nach der Lehre übernommen zu werden, denn viele privat geführten Betriebe suchen motivierte, flexible Mitarbeiter. Langfristige Karrierepläne wie in der Konzernhotellerie gebe es in Privathotels kaum, räumt Gliemann ein, „aber auch bei uns ist möglich, zum Beispiel als Postenchef in der Küche, Küchen- oder Restaurantleiter“, ergänzt der Hotelier. In der Regel sei die Chefetage zwar durch die Inhaber persönlich besetzt, aber viele Unternehmer müssten ihre Nachfolge regeln. Und nicht alle finden einen Betreiber in der eigenen Familie. Also ergeben sich auch daraus Aufstiegsmöglichkeiten, so Gliemann.

Immer am Ball bleiben

Ein anderer Weg, beruflich voranzukommen, sind Wanderjahre. Frank Richard Gliemann empfiehlt sie sogar. Denn: „Die Lehre beginnt nach der Lehre, auch wenn diese Mitarbeiter meist nicht zurückkommen“, sagt der Linden-Chef. Wer im Betrieb bleibe, müsse trotzdem weiter lernen.

Bei den Gliemanns passiert das nicht nach langfristig aufgestellten Weiterbildungsplänen, sondern vielfach spontan. Teilweise coacht er Mitarbeiter selbst, teilweise übernehmen das Lieferanten und Großmärkte, die Seminare zu Themen wie Wein- oder Kräuterkunde beziehungsweise Produkt- und Geräteführungen anbieten. So belegt der Hausmeister schon mal einen Lehrgang im Elektronikbereich, der zur Zertifizierung führt.

Frank Richard Gliemann selbst besucht heute noch Weiterbildungen. „Gerade in unserem Metier ist die Entwicklung galoppierend. Man muss immer am Ball bleiben“, ist er überzeugt. Jungen Mitarbeitern rät er vor allem, Abschlüsse als Meister, Betriebswirt oder Sommelier zu erwerben. Das Wort „Stillstand“ kennt Gliemann nicht. Petra Mewes




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