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Nordrhein-Westfalen

Streit um Zimmerpreise

Düsseldorfer Gastronomen attackieren Hotellerie

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/24 vom 14. Juni 2008
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DÜSSELDORF. „Die Hotels machen uns mit ihren hohen Preisen das Messegeschäft kaputt!“ Mit Äußerungen dieser Art drückten gerade einige Düsseldorfer Gastronomen in der örtlichen Presse ihren Unmut über die ihrer Meinung nach überteuerten Hotelpreise während der MesseIm wirtschaftlichen Sinne eine zeitlich begrenzte, wiederkehrende Veranstaltung auf einem bestimmten Gelände, die es Produzenten oder Verkäufern einer Ware bzw.
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Drupa aus. Der Vorwurf: Weil die Preise so hoch seien, bleibe den Gästen „kaum mehr Geld, um in den Restaurants essen zu gehen“. Die Hoteliers weisen dies zurück.

„Diese Reaktionen sind wir schon gewöhnt“, winkt Lothar Jentzsch ab. Der Direktor des Renaissance Hotels in der Landeshauptstadt kann keinen Zusammenhang zwischen den Zimmerpreisen und unerfüllten Erwartungen von Gastronomen erkennen. Ein verändertes Konsumverhalten sieht er durchaus. Wenn Besucher aber weniger Geld in Gaststätten und Restaurants ließen, so habe dies andere Ursachen.

„Vor acht Jahren lagen noch 25 bis 35 Hotelschiffe vor der Altstadt, jetzt sind es nur noch 16!“ Das seien natürlich Gäste, die den Gastronomen in Düsseldorfs prominentester Kneipenmeile nun fehlen würden.

Als weiteren Grund macht Jentzsch, der auch DEHOGA
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-Kreisvorsitzender für Düsseldorf und Neuss ist, ein verändertes Firmenverhalten aus. So gehe beispielsweise der Trend dahin, auf den Messen ein hochwertiges CateringLieferung, Versorgung oder Bereitstellung von Speisen und Getränken durch einen Caterer.
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anzubieten. Bereits derzeit würde schon sehr viel in diesem Bereich direkt „vor Ort abgehandelt“.

Und was die angeblich zu hohen Preise anbelangt, so seien sie ganz bestimmt nicht der Grund, warum Gäste der Düsseldorfer Gastronomie fernblieben: „Wer 350 Euro für ein Zimmer bezahlt, der hat kein Problem damit, noch zusätzlich 50 oder 80 Euro in einer GaststätteBezeichnung für Räumlichkeiten, in denen Gäste Getränke und Speisen serviert bekommen.
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oder einem Restaurant auszugeben.“

„Keine Ausnahmepreise“

Reaktionen wie „die Preise sind skandalös“ kann der Hoteldirektor erst recht nicht nachempfinden. Die Hotelpreise in Düsseldorf seien nicht höher als in anderen Messestädten auch und des Weiteren gelte die alte Weisheit, dass sich derlei ohnehin „über Angebot und Nachfrage regelt“.

Das sieht auch der DEHOGA-Pressesprecher Thorsten Hellwig ähnlich. Wochenendpreise in einem Luxushotel seien nun mal nicht zu vergleichen mit dem, was in Spitzenzeiten, wie es nun mal bei Messen der Fall sei, gezahlt werden müsse. Was die Äußerungen der Wirte anbelangt, so handelt es sich nach seinem Wissen zudem um Einzelmeinungen. Aber natürlich sei es auch möglich, dass sich bei den Firmen das Spesenverhalten verändert habe. Dies wirke sich natürlich auf das Konsumverhalten aus. Renate Ostlender


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