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Türen auf: Rochus Graf zu Lynar und Birgit Tanner laden herzlich ins Schloss Lübbenau ein Foto: Heidi Diehl

Brandenburg

Stück für Stück geht es vorwärts

Umbau von Schloss Lübbenau zum modernen Hotelbetrieb begann vor 15 Jahren / Bisher sechs Millionen Euro investiert

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
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LÜBBENAU. Als ein „lächerliches Jubiläum“ bezeichnete Guido Graf zu Lynar den 15. Geburtstag des Hotels Schloss Lübbenau, den die gräfliche Familie als Besitzer und die hier beschäftigten „Schlossgeister“ jüngst gemeinsam mit zahlreichen Freunden, Stammgästen und Förderern gefeiert haben.

Im Grunde genommen hat der Senior der Familie Recht, denn das Schloss kann auf eine 385-jährige Familiengeschichte zurückblicken. Das Schloss, über Jahrhunderte Stammsitz derer zu Lynar, wurde von den Nazis enteignet – nach der Hinrichtung von Wilhelm Friedrich Graf zu Lynar, der an dem Attentat auf Hitler beteiligt war. Nach dem Krieg war das Schloss unter anderem Lazarett, Müttererholungsheim und zuletzt eine Weiterbildungsstätte.

Die DDR überlebte das historische Gemäuer zwar nicht im besten Zustand, aber relativ unversehrt. Als die Mauer fiel, gab die Familie alles auf und stellte bei der Treuhand einen Antrag auf Rückübertragung. Ende 1991 endlich waren die zu Lynars wieder rechtmäßige Besitzer dessen, was ihnen unrechtmäßig genommen worden war. Mit großem Elan und viel Geld machten sie sich dann an die Arbeit und gründeten die Hotelbetriebsgesellschaft Schloss Lübbenau mbH, die am 12. Februar 1992 ins Handelsregister eingetragen wurde. Wie Birgit Tanner, die gemeinsam mit Rochus Graf zu Lynar das Schlosshotel leitet, sagte, „fing alles an mit einem Restaurant im Keller ohne Tageslicht und mit Hotelzimmern mit Jugendherbergscharakter an“.

Allein in die Sanierung des Schlosses flossen in den vergangenen Jahren 5 Mio. Euro. Dazu gehörten der komplette Umbau und die Neueinrichtung von 46 Hotelzimmern, die Neugestaltung der Restaurants, der Ausbau und die Modernisierung der Tagungsetage. Jüngste Errungenschaft ist ein exklusiver Saunabereich mit Dampfbad und Massageräumen im Schlossgewölbe. Die Orangerie bekam ihr ursprüngliches Aussehen zurück und eine neue Bestimmung als Café und Restaurant. Auch die Außenfassade der zum Schloss gehörenden Gerichtskanzlei wurde restauriert. Für die beiden letztgenannten Objekte flossen noch einmal 1 Mio. Euro. Dennoch bleibt noch eine Menge zu tun, denn erst die Hälfte des gesamten Ensembles ist wieder hergestellt. In den nächsten Jahren sollen der Marstall und der Speicher mit den ehemaligen Pferdeställen saniert werden.

Wie Rochus Graf zu Lynar hervorhob, sind es aber vor allem die „Schlossgeister“, die dem Haus seinen Charme geben. Auf sie könne er sich nicht nur verlassen, er sei stolz auf jeden Einzelnen. „Sie waren es, die das schwer zu manövrierende Schiff mit großem Engagement, bei jedem noch so schweren Seegang über Wasser gehalten haben“, sagte er.

Birgit Tanner, die vor 15 Jahren im Schloss als Aushilfskellnerin anfing, berichtete, dass in den Jahren die Zahl der Beschäftigten von 35 auf 50 angewachsen sei. Zurzeit lernen hier 19 Jugendliche einen Beruf.

Das Jubiläumsjahr hat noch einige Veranstaltungen in Planung. So gab es bereits einen Tag der offenen Tür, bei dem sich rund 800 Lübbenauer und Gäste das Haus vom Boden bis zum Keller ansahen. In der Kanzlei wird bis zum Herbst eine Ausstellung zur Geschichte des Schlosses, insbesondere der vergangenen 15 Jahre zu sehen sein, im Juni gibt es ein großes Wiesenfest mit allen Mitarbeitern und deren Familien. Im September wird das Jubiläumsjahr mit einen öffentlichen „Fest der Fantasie“ beendet. Andere Veranstaltungen haben inzwischen eine gute Tradition, wie das Sommerkino im Schlosspark. Außerdem ist das Schloss imposante Kulisse für regionale Veranstaltungen wie das Spreewaldfest, den Spreewaldmarathon oder die internationale Folklorelawine.

Und was wünscht man sich zum Jubiläum? Da sind sich alle im Schloss einig. Rochus Graf zu Lynar formuliert es so: „Wir wünschen uns, dass sich die Stadt Lübbenau zu diesem Ensemble in wesentlich deutlicherem Maße als bisher bekennt und das Schloss stärker in ihr Stadtmarketing einbindet.“ Heidi Diehl

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