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Jetzt insolvent: Heinrich Schwärs „Löwen“ in Freiburg-Littenweiler.

Baden-Württemberg

Sympathiebekundungen für Heinrich Schwär

Insolvenz des „Löwen“-Wirts hat bei Kollegen und Gästen Betroffenheit ausgelöst / Zwei Millionen Euro Schulden

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2003/35 vom 30. August 2003

FREIBURG (ag). Die Nachricht, dass Heinrich Schwär (75) für sein Minotel Hotel-Restaurant „Löwen“ in Freiburg-Littenweiler Insolvenzantrag gestellt hat, kam offensichtlich für viele überraschend und hat bei Freunden und Gästen des beliebten Hauses Betroffenheit ausgelöst. „Ich bin gerührt und dankbar für diese Resonanz“, sagte Schwär im Gespräch mit der AHGZ.

Was hat zum Aus des bislang als grundsolide geltenden Familienbetriebes geführt? Hauptgründe dafür sind sicher, dass „Schwär’s Löwen“ vom anhaltenden Konjunkturabschwung voll erfasst wurde. Die Belegung der 76 Zimmer ging seit gut einem Jahr drastisch zurück. Das galt ebenso für die Umsätze im Restaurant, die sich seit der Einführung des Euro nicht mehr erholten. Zwei Millionen Euro Schulden lasten nun auf dem Betrieb.

Heinrich Schwär, der gebürtige Schwarzwälder aus St. Peter ist aber nicht der Mann, der alle Schuld anderen zuweist, wenn der Wagen an die Wand fährt. „Sicher habe auch ich Fehler gemacht“, sagt er. Er hätte schon früher Personal abbauen sollen, als die Geschäfte immer schlechter gingen und die Kosten davonliefen. „Aber wer entlässt schon gerne seine Mitarbeiter?“ Immerhin: Im Laufe des Jahres 2003 reduzierte Schwär seine Belegschaft von 48 auf 38 Mitarbeiter. Den „Löwen“ in Freiburg-Littenweiler hat Schwär 1965 als kleines Gasthaus mit sieben bescheiden eingerichteten Gästezimmern gekauft. 1987 machte Schwär mit einem Anbau den „Löwen“ zu einem richtigen Hotel mit 76 Zimmern, all dies noch in der Hoffnung, dass jemand aus der Familie nach ihm den Betrieb fortführen würde. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Gemeinsam plante er mit seinem Geschäftsführer eine Betriebs-GmbH. Doch in letzter Minute zog dieser seine Zusage zurück.

Und wie geht es nun mit dem „Löwen“ weiter? Ein Insolvenzverwalter ist eingesetzt. Der Betrieb läuft weiter, die Mitarbeiter behalten ihre Arbeitsplätze. Für die weitere Zukunft gibt es zwei Möglichkeiten: der „Löwen“ wird verkauft oder es findet sich ein Pächter. Das letztere ist wahrscheinlicher. Eines ist aber jetzt schon sicher: Freiburg ist durch das Aus für Heinrich Schwär gastronomisch ärmer geworden.

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