Mecklenburg-Vorpommern
Therapie und Attraktion
Delphimar soll Gäste nach Rügen bringen / Bau umstritten
von Manfred Gerlach
GLOWE Attraktiv, aber umstritten ist die Realisierung des ab Sommer 2006 geplanten Baus eines Delfinariums in Glowe. Am schmalen Küstenstreifen der Schaabe auf der Insel Rügen will die „Nature Projekt GmbH“ kräftig investieren. Das künftige Delphimar wird nach Auskunft der Investoren eine wichtige medizinische Funktion erfüllen.
Die Kapazität ermögliche etwa 600 bis 800 Therapien, wie sie derzeit fast ausschließlich in den USA möglich sind, jährlich an der Ostseeküste. Gleichzeitig werde die Insel Rügen mit dem Delphimar um eine touristische Attraktion reicher.
Ganzjährig werden die intelligenten Tiere ihre Künste entweder in einem Hallenbecken vor bis zu 400 Besuchern oder im Außenbecken vor bis zu 1500 Besuchern zeigen. Die Projektplanung sieht weiter den Bau eines Tagungs- und Wellnesshotels vor. Da das Delfinarium in unmittelbarer Nachbarschaft der bereits in Bau befindlichen Dünenresidenz Glowe entsteht, eröffnen sich für den touristisch noch weniger belebten Norden der Insel neue Chancen.
Allerdings ist das Projekt des Delfinarium umstritten. Während einerseits ein Wissenschaftler-Gutachten dem Investor positive Lebensbedingungen für die Delfine und deren künftige Nachzucht bescheinigt, bezweifeln Meereskundler aus Vorpommern eine artgerechte Haltung der Delfine. Nach einer ersten Projektvorstellung im Staatlichen Amt für Umwelt und Natur in Stralsund werden die weiteren Weichen im Raumordnungsverfahren gestellt.
