Hotellerie
Thüringen: Schnee lockt Gäste
Wintersport-Hotels sind zu Jahresbeginn bestens belegt
von Ekkehard Tanzer
ERFURT/SUHL. Die Lage des Gastgewerbes in den Thüringer Wintersportorten ist offenbar besser als als mancher Hotelier oder Gastwirt erwartet hätte. So konnte Direktorin Jacqueline Schambach vom Berghotel in Friedrichroda eine positive Bilanz ziehen. Ihr Haus (457 Zimmer und 1020 Betten) war Ende 2008 zu 95 Prozent ausgebucht. Damit erreichte das Berghotel eine Jahresauslastung von rund 50 Prozent. Nicht zu unterschätzen sei die hohe Zahl der Stammgäste, so die Direktorin. Auf große Resonanz stößt die umfangreiche Angebotspalette des Hauses – von Modenschauen über Kutschfahrten bis zu Wanderungen. Schon bis 2010 seien viele Heimat- und Vereinstreffen gebucht.
Sport bringt volle Häuser
Bis 2018 ist Silvester im Stutenhaus bei Vesser ausgebucht, so der Seniorchef des Hotels, Heinz Kaul. Wenn es wie in den vergangenen Wochen laufe, könnte nach Meinung der Familie jeden Monat Dezember sein. Zum Jahreswechsel war der rund 750 Meter hoch gelegene Berggasthof mit 45 Zimmern und 87 Betten „wie immer bis unters Dach ausgebucht", bilanziert Heinz Kaul. Das neue Jahr habe gut begonnen und das nicht nur wegen des Weltcups der Biathleten im nahen Oberhof: Selbst für Februar liegen schon mehr Buchungen vor als 2008.
Auch Falk Neubeck, Mitinhaber des Familotels Am Rennsteig in Wurzbach, zeigte sich mit 2008 zufrieden, trotz eines leichten Gästerückgangs. Das Ehepaar Neubeck liegt bei der Auslastung ihrer 152-Zimmer-Herberge jedoch immer bei rund 70 Prozent. Vor allem Gäste mit Kindern frequentieren das Haus. Erst vor ein paar Wochen hatten Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz und Verbandsgeschäftsführer Dirk Ellinger die Neubecks für die Familienfreundlichkeit ihres Betriebes ausgezeichnet.
Erfreulich lief es 2008 auch im Parkhotel Südharz in Sülzhayn. Nachdem Manager Gerhard Sokolies seit 2000 mit acht Mitarbeitern dafür sorgt, dass das 4-Sterne-Hotel mit seinen 38 Zimmern bundesweit einen guten Ruf genießt, werden zunehmend über Reiseveranstalter Zimmer gebucht. Weit mehr als 11.000 Übernachtungen führten 2008 zu einer Auslastung von rund 60 Prozent – Tendenz steigend. Auch 2009 habe sich sehr gut angelassen, berichtet Sokolies. Im Februar sei der Buchungsstand schon besser als 2008.
„Das Wintergeschäft haben wir mit Weihnachtsfeiern und ein paar Veranstaltungen gut gemeistert", berichten auch Michael Heidinger und Daniela Genschow vom Jugend-Freizeithotel Rhön Feeling in Bernshausen. „Die Vorbuchungen für 2009 sind sehr erfreulich. Im Februar, zu Ostern, Pfingsten, im Mai und Juni sind wir gut versorgt", berichtet Heidinger. Die große Nachfrage über ihre Homepage gibt den jungen Hoteliers Zuversicht für die Zeit danach.
Nicht ganz so zufrieden ist Peter Henzel, Inhaber des Romantik-Hotels Sächsicher Hof in Meiningen. Der Umsatz lag 2008 um 6 Prozent unter dem des Vorjahres. „Allerdings waren die Monate November und Dezember extrem gut“, sagt der Hotelier. Für 2009 hat Henzel „verhalten budgetiert“. Er geht von einem Umsatz aus, der etwa dem des Jahres 2008 entspricht. Damit die Rechnung am Ende aufgeht, will Henzel die flexiblen Kosten der Entwicklung anpassen.

