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Über innovativen Tourismus diskutierten in Stuttgart (v. l.): Roland Mack, Geschäftsführer des Europapark Rust; Otto Geisel, Hotel Victoria, Bad Mergentheim; Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring, Moderatorin Martina Meisenberg vom SWR, Zukunftsforsc

Baden-Württemberg

Tourismus im Land mit rückläufigen Zahlen

Auf dem Stuttgarter Landestourismustag im Rahmen der Messe CMT überwogen dennoch die optimistischen Töne

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2004/5 vom 31. Januar 2004

STUTTGART (do). Die Tourismuswirtschaft in Baden-Württemberg hat in den ersten elf Monaten des Jahres 2003 die allgemein schwierige Wirtschaftslage zu spüren bekommen: Die Zahl der Gästeankünfte sank um 1,5 Prozent, die der Übernachtungen sogar um 3 Prozent. Positiv entwickelt hat sich dagegen die Zahl der ausländischen Gäste.

Schmerzhafte Einbußen

Natürlich sei die Branche von der „anhaltenden Konjunkturflaute und der Konsumzurückhaltung nicht verschont geblieben“, erklärte der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring, beim Landestourismustag auf der Stuttgarter CMT-Messe. Besonders schmerzhaft seien die Einbußen bei den Vorsorge- und Rehakliniken gewesen, wo die Übernachtungszahlen um 6,2 Prozent sanken. Dass Döring trotz ingesamt rückläufiger Zahlen kein pessimistisches Bild zeichnete, liegt vor allem an der guten Entwicklung bei den Auslandsgästen: Die Zahl der Gästeankünfte stieg in diesem Bereich um 0,9 Prozent – die der Übernachtungen gar um 2,4 Prozent. Dies zeige, dass Baden-Württemberg auch im Ausland nach wie vor als attraktives Reiseland gelte.

Gesunkene Aufenthaltsdauer

Dass es bei den Übernachtungszahlen dennoch ein sattes Minus von 3 Prozent zu verkraften gibt, liegt an jener Entwicklung, die Döring als „Hauptproblem“ der hiesigen Tourismuswirtschaft bezeichnet: die seit Jahren sinkende Aufenthaltsdauer der Gäste, die 2003 noch bei 2,8 Tagen lag (Vorjahr: 2,9). Dies wirkt sich beispielsweise so aus, dass die Region Bodensee-Oberschwaben zwar ein erfreuliches Plus von 1,4 Prozent bei den Ankünften verzeichnen kann, bei den Übernachtungszahlen dennoch ein Minus von 0,7 Prozent aufweist. Der Schwarzwald (–3,7 Prozent) und Neckarland Schwaben (–3,2 Prozent) mussten bei den Übernachtungen noch deutlichere Rückgänge verkraften. Bezogen auf die Zukunft rechnet der Wirtschaftsminister mit erheblicher Konkurrenz durch die 10 neuen EU-Staaten. Sie hätten sich bereits auf der CMT in Stuttgart bereits als „offensive und fast aggressive“ Wettbewerber präsentiert. Positive Perspektiven sieht Döring dagegen im Gesundheitstourismus. Das Internetportal www.gesund-im- sueden.de“ und die Markenbildung „Gesundheitsland Baden-Württemberg“ sollen hier den Weg zum Erfolg ebnen. Als „einmalige Chance“ bezeichnete der Minister schließlich die Fußball-WM 2006: Als „Ereignis in der Landeshauptstadt, von dem das ganze Land profitieren soll“ müsse die WM genutzt werden, Baden-Württemberg als modernes, sympathisches und weltoffenes Tourismus- und Sportland“ zu präsentieren.

Lob für das Gastgewerbe

Ausdrückliches Lob zollte der Minister dem Hotel- und Gaststättengewerbe, das als Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft auch in „wirklich schwierigen Zeiten“ Hervorragendes leiste. Als Beleg nannte Döring die Spitzengastronomie: „57 Sterne in 52 Betrieben – das ist ein Ergebnis, auf das unser Land stolz sein kann“, so Döring. Die Spitzengastronomie sei nicht nur ein exzellenter Imageträger für Baden-Württemberg, sondern „die zieht auch den mittleren Bereich hoch“, erklärte der Minister. Lob vom Minister gab’s auch für die Ausbildungsleistung des Gastgewerbes (knapp 9000 Ausbildungsverträge in 2003) sowie für Aktionen des DEHOGA wie die Initiative „Kinder bis 15 frei“. Döring betonte, dass die Branche in wichtigen Fragen mit seiner Unterstützung rechnen könne: So habe er die Forderung nach Erhöhung der Sitzplatzzahl in Besenwirtschaften von Beginn an entschieden abgelehnt, um Wettbewerbsverzerrungen verhindern.

Die Harmonisierung des Mehrwertsteuersatzes auf 7 Prozent, die Sperrzeitverkürzung für die Außengastronomie und die Lockerung des Jugendarbeitsschutzgesetzes seien „Hausaufgaben, die noch erledigt werden müssen“.

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