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Schleswig-Holstein

Touristischer Magnet Wikingermuseum

Ministerpräsident Carstensen weihte den ersten Nachbau eines Wikingerhauses ein

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/29 vom 23. Juli 2005

SCHLESWIG/BUSDORF Das seit genau zwei Jahrzehnten bestehende Wikingermuseum Haithabu in der Gemeinde Busdorf bei Schleswig ist ein touristischer Magnet. Jetzt wurde in der Umgebung des Museums auch der erste authentische Nachbau eines 1200 Jahre alten Wikingerhauses am ursprünglichen Platz der historischen Siedlung fertig gestellt. Bis 2007 lässt die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf insgesamt sieben Wikingerhäuser bauen. «Diese außergewöhnlichen Exponate machen das Museum in Haithabu noch attraktiver», sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) zur Eröffnung des Freigeländes.

Carstensen startete gleichzeitig ein neues Programm mit Führungen im Außengelände des Museums. Unter fachkundiger Leitung erleben die Besucher den weiteren Aufbau der Häuser und eines originalgetreuen Wegenetzes. «Die Wikinger gehören zu unserem Land», sagte der Regierungschef. In Schleswig und Haithabu gehe die Erforschung und die Vermittlung archäologisch dokumentierter Landesgeschichte «Hand in Hand». Dieses kulturelle Angebot sei von hoher Bedeutung für den gesamten Tourismus in Schleswig-Holstein. „Für den Kulturtourismus sehe ich aber noch Entwicklungspotenziale“, sagte Carstensen. „Wir wollen neue Kunden und Gäste gewinnen, also auch die Saison durch attraktive Angebote verlängern.“ Dafür müssten Angebote entwickelt werden, die sich auch qualitativ sehen lassen können. Der Ministerpräsident setzte zudem den ersten Spatenstich für weitere Ausgrabungen auf dem mehr als ein Jahrtausend alten Siedlungsareal mit seinem großen Hafen. 1930 begannen dort die Forschungen.

In den siebziger Jahren wurde auch eines von mehreren entdeckten Wikingerschiffen geborgen und rekonstruiert. Seit 1980 hatte es in Haithabu keine Ausgrabungen mehr gegeben, jedoch wurden 2003 bei großflächigen Erdfeldmagnet-Vermessungen eine Vielzahl von Haus- und Wegeresten sowie ein Friedhof mit geschätzt rund 12.000 Gräbern lokalisiert. «In Haithabu haben mit hoher Wahrscheinlichkeit vor rund 1200 Jahren bis zu 3000 Menschen gelebt», sagte der Direktor des Archäologischen Landesmuseums, Professor Dr. Claus von Carnap-Bornheim.

www.haithabu.de

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