Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Wie im eigenen Wohnzimmer: Gibson und Tina Kemp in ihrem Pub Foto: Mathias Thurm

Hamburg

Und die Queen schaut zu

Das Kemp’s bringt Musik in die Hamburger Pub-Szene / Englische Küchen-Klassiker auf der Karte

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
von

HAMBURG. Ein Leben nach Noten: Er war in den sechziger Jahren Schlagzeuger in der Hausband des Hamburger Starclubs und danach bei den Kingsize Taylor and The Dominoes. Sie ging auf Tournee mit den Les Humphries Singers. Der Brite Gibson Kemp und seine Frau, die Schwedin Tina sind rumgekommen in der Welt. Nun scheinen sie sesshaft geworden zu sein. Am Mittelweg 27 in Hamburg haben sie einen kleinen englischen Pub, das Kemp’s eröffnet und sich damit einen Traum erfüllt.

„Wir haben unser halbes Leben in Kneipen verbracht. Da hatten wir irgendwann ziemlich genaue Vorstellungen, wie unsere Lieblingskneipe aussehen sollte“, sagt Tina Kemp. „Sie soll gemütlich sein, man soll sich zu Hause fühlen und es darf nicht zu teuer sein“, ergänzt Gibson. Also genau wie das Kemp´s, das die beiden vor vier Jahren eröffneten. Dunkelrote Farbe an Wänden und Decke, ein roter Teppichboden und rustikale Sitzecken schaffen eine warme Lounge-Atmosphäre. An den Wänden hängen viele bekannte Fotos, die die jungen Beatles während ihrer Tourneen in Hamburg zeigen.

Daneben finden sich, für einen Pub natürlich unverzichtbar, zahlreiche Porträts von Queen Elisabeth II. Auf ein großes Bild in gekröntem Rahmen ist Kemp besonders stolz. Es ist ein Geschenk des ehemaligen englischen Generalkonsuls Tim Collard. Das Bild wurde nicht mehr gebraucht, nachdem die diplomatische Vertretung in Hamburg geschlossen wurde.

„Der Anfang war ganz schön schwer“, erinnert sich die Wirtin. Aber inzwischen habe sich der Pub etabliert und seine feste Stammkundschaft erobert. Darunter seien Promis wie Tim Mälzer, Ditsche und Jan Fedder. „Wir möchten das eigentlich gar nicht an die große Glocke hängen“, winkt Tina Gibson ab. „Wir wollen, dass bei uns jeder in Ruhe sein Bier trinken kann.“ Neben den gängigen Biersorten gibt es natürlich auch original englisches Real Ale. Während sich Tina engagiert um den Service kümmert, bereitet Gibson in seiner kleinen Küche täglich frisch englische Küchen-Klassiker wie Saussages with Mash und verschiedene indische Currys zu.

Obwohl die Musik im Kemp’s quasi zu Hause ist, versteht sich der Pub nicht als Musikkneipe mit angekündigtem Programm. Es könne aber durchaus vorkommen, dass Freunde ihre Instrumente mitbringen und zu spontanen Sessions aufspielen, sagen die Wirtsleute. Von Zeit zu Zeit erwacht denn auch wieder ihre alte Leidenschaft zur Musik. Wenn Gibson Kemp in Hamburger Clubs bei den Kingsize Taylor and The Dominoes ab und zu wie früher am Schlagzeug sitzt, oder Tina demnächst seit 17 Jahren zum ersten Mal wieder mit den Les Humphries Singers auf der Bühne steht, brauchen die beiden, die sonst den kleinen Pub mit seinen 40 Plätzen alleine führen, eine Aushilfe. Dann wird jede Hand gebraucht. Und die Queen? Die schaut zu.Mathias Thurm

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Zur richtigen Zeit den optimalen Preis

Die Billigflieger haben es vorgemacht: Je nach Marktlage zahlen die Kunden täglich wechselnde Preise. mehr...

Weitere Artikel aus Regional und Lokal vom 31.03.2007 :

Hamburg: Zur richtigen Zeit den optimalen Preis (31.03.2007)
Sachsen-Anhalt: Erfolgreich am Markt (31.03.2007)
Rheinland-Pfalz: Rekord beim Gastronomenball (31.03.2007)
Mecklenburg-Vorpommern: Die Kür der Besten (31.03.2007)
Baden-Württemberg: Chaîne-Pokal für Stefan Happich (31.03.2007)
Bayern: Tagungshotel geplant (31.03.2007)
Bayern: Wirte-Trio wieder aktiv (31.03.2007)
Bremen: Kulinarische Zeitreise (31.03.2007)
Hessen: Feines mit Safran (31.03.2007)
Bayern: Allgäuer Hof wird abgerissen (31.03.2007)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel