Hessen
Verband mischt sich ein
DEHOGA Hessen kämpft für mehr Netto vom Brutto / Mindestlohn wird abgelehnt
FRIEDEWALD. Kampf für verbesserte Rahmenbedingungen: Der DEHOGA Hessen geht gegen Missstände vor, die der Branche schaden. Bei der diesjährigen Landestagung in Göbel’s Schlosshotel Prinz von Hessen in Friedewald kündigte Präsident Reinhard Schreek unter anderem an, eine Novellierung des hessischen Nichtraucherschutzgesetzes einzufordern. „Wir wollen ein Selbstbestimmungsrecht nach spanischem Modell und mit entsprechender Deklaration durchsetzen“, betonte er.
Der Präsident war auf der Landestagung mit eindeutiger Mehrheit wieder gewählt worden. Damit tritt Schreek seine sechste Amtsperiode an, in der er erneut für die rund 18.000 gastronomischen Betriebe in Hessen eintritt. Die 82 Delegierten wählten zudem einen neuen Vorstand in das Amt, der ab 18. Oktober die Arbeit aufnehmen wird. Vizepräsident ist weiterhin Egon Werum, außerdem bleibt Rainer Eierdanz Schatzmeister des Verbandes. Weitere Vorstandsmitglieder sind Harald Dotzel, Frank Vieregge, Heinz Huthmann, Brigitte Weiß, Karl-Ernst Seebach, Carsten Lehnert und Fritz-Otto Wilhelm sowie die Beisitzer Klaus Gütlich, Veronika Lenz, Oliver Wissel, Eduard Singer und Herwig Leuk. Mit Lehnert und Wilhelm ziehen zudem zwei junge Verbandsmitglieder in den engeren Vorstand ein.
Große Aufgaben stehen an: Der Verband zeigte in Friedewald Geschlossenheit. Die Themen Steuerentlastung, Mindestlohn, reduzierter Mehrwertsteuersatz und Gebührenbelastung brennen auf den Nägeln. „An Steuerentlastungen führt kein Weg mehr vorbei. Wir brauchen mehr Netto vom Brutto“, betonte Schreek. In diesem Zusammenhang sprach er sich auch gegen den Mindestlohn aus, da eine Erhöhung der realen Nettolöhne lediglich durch eine dauerhafte Senkung der Lohnnebenkosten zu erreichen sei.
Auch die Forderung nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hotellerie und Gastronomie war ein weiteres zentrales Thema. Ebenso der Kampf um faire Rundfunkgebühren. „Hier sehen die Hoteliers rot“, sagte Schreek, der sich stark machen will für die Einführung einer Hotelpauschale von 25 Prozent. Es könne nicht angehen, dass ein deutscher Hotelier doppelt so viel wie ein französischer Betrieb für das Bereithalten eines Fernsehers bezahlen muss. Der DEHOGA fordere deshalb bereits ab dem Jahr 2009 eine spürbare Entlastung, zumindest auf das Niveau des europäischen Mittelfeldes.
Reinhard Schreek verwies auf die Notwendigkeit eines starken Verbandes bei der Durchsetzung brisanter Themen. „Wir müssen die negative Mitgliederentwicklung stoppen, um eine starke Lobbyarbeit leisten zu können“, mahnte er. Von den Ergebnissen wie dem Wegfall der Getränkesteuer in Offenbach zum 1. Januar 2010 oder der Verlängerung der Hessischen Sperrzeitverordnung bis zum 31. Dezember 2011 profitierten schließlich alle Betriebe. Silke Liebig-Braunholz
