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Inge Klotzsche Foto: Archiv

Baden-Württemberg

Verlierer sind die Kleinen

Hauptversammlung des DEHOGA Stuttgart: Hotels profitieren von der neuen Landesmesse

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/19 vom 10. Mai 2008
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STUTTGART. Erhöhte Mehrwertsteuer, das Nichtraucherschutzgesetz und steigende Preise für Energie und Lebensmittel. Das Gastgewerbe hat ein schwieriges Jahr 2007 hinter sich. Der Umsatz des baden-württembergischen Gastgewerbes ging real um 2,7 Prozent zurück. Das gab Inge Klotzsche, Vorsitzende der DEHOGA Kreisstelle Stuttgart bei der Hauptversammlung im Hotel Royal bekannt.

„In der Hotellerie war der Umsatzrückgang mit real 2,0 Prozent weniger stark als in der Gastronomie mit einem Minus von 3,4 Prozent“, sagte Klotzsche. Besonders betroffen sind Kneipen, Bars und Diskotheken. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie ein Umsatzminus von 6,3 Prozent. Grund dafür sei das Rauchverbot. „Es wirkt sich gerade in diesen Betrieben aus“, betonte Klotzsche.

Trotz der schlechten Zahlen sieht der DEHOGA die Zukunft der gesamten Branche positiv. „Die verbesserte wirtschaftliche Lage gibt Anlass zur Zuversicht“, meinte Klotzsche. Der Verband rechnet damit, dass sich die Umsätze in den kommenden Monaten stabilisieren. Das gilt jedoch nicht für Einraumgaststätten, Kneipen und Discotheken. Sie seien vom Nichtraucherschutzgesetz besonders stark betroffen. Der DEHOGA setzt sich deshalb für die sogenannte spanische Lösung ein. Danach können Wirte in Einraum-Gaststätten selbst entscheiden, ob sie ihren Gästen das Rauchen erlauben.

Mit Sorge sieht der Verband auch die steigenden Kosten für Fernseh- und Rundfunkgebühren. „Ab 2009 zahlt ein Hotelier 17,98 Euro pro empfangsbereitem Gerät“, sagte Markus Hofherr, Vorsitzender der Fachgruppe Hotellerie. „Für ein Hotel mit 150 Zimmern bedeutet das eine Jahresgebühr von 23.042 Euro“, betonte Hofherr. Und verwies auf europäische Nachbarländer: „Hoteliers in Belgien, Estland, Portugal und Spanien zahlen dagegen keine Gebühren.“

14 Hotelprojekte geplant

Der Tourismus in Stuttgart dagegen macht gute Fortschritte. „Die neue Landesmesse wirkt sich positiv auf Hotellerie und Gastronomie aus“, versicherte Hofherr. Auch Hoteliers in Metzingen, Tübingen, Kirchheim und Filderstadt profitieren von der neuen Messe am Flughafen. Gescheitert sei der Verband dagegen, ein Busshuttle von Stuttgarter Hotels zu ausgesuchten Messen zu organisieren. „Das Desinteresse lag bei den Busunternehmen“, berichtete Hofherr. Unzufrieden ist der Verband auch mit dem öffentlichen Nahverkehr zwischen Innenstadt und Messe. Der S-Bahn-Takt müsse verdichtet und eine U-Bahn-Anbindung geschaffen werden.

In den nächsten Jahren hat die Stadt viel vor: 14 Hotelprojekte wollen Investoren auf die Beine stellen. Die EnBW möchte ein Hotel mit 1800 Betten im Neckarpark bauen. Auch drei Hotelprojekte in der Lautenschlagerstraße sind geplant.

Hofherr unterstützt die Pläne, verlangt von der Stadt aber faire Wettbewerbsbedingungen. Er kritisierte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, der die durchschnittliche Zimmerauslastung der Hotellerie in Stuttgart mit mehr als 70 Prozent beziffert hatte. Diese Zahl ist laut DEHOGA viel zu hoch gegriffen. Stefanie Reinhardt

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