Berlin
Verwandlung vom Restaurant zum Club
Genüsslich speisen kann man im spindler + klatt bis Mitternacht, danach ist tanzen und Cocktail schlürfen angesagt
BERLIN Es hat für ein Restaurant ungewöhnliche Ausmaße – in einer Lagerhalle von 1000 Quadratmeter Grundfläche. Doch eigentlich ist das spindler + klatt, das kürzlich in Kreuzberg eröffnete gar nicht so groß: Nur 200 Plätze bietet es seinen Gästen in dreierlei Form: An tafelartigen Tischen, auf großen Liegen und auf einer Art Betten mit zahlreichen Kissen.
Der Restaurant-Club ist noch nicht ganz fertig. Da jedoch sowieso nur freitags und samstags geöffnet ist, stört dieser Umstand nicht wesentlich. Das kann sich aber in nächster Zeit ändern, wenn die neue Gastronomie fertig ist. Die Nachfrage ist groß, und für einen Sitzplatz muss man mittlerweile rechtzeitig – sprich mindestens 14 Tage vorher– reservieren.
Der Name des Restaurant-Clubs ist übrigens nicht ganz richtig wiedergegeben. Denn zwischen spindler + klatt steht eigentlich das chinesische Schriftzeichen für Mensch, das an ein auf den Kopf gestelltes V erinnert.
spindler + klatt steht natürlich für die Inhaber und Betreiber. Zum einen ist da Frank Spindler, der im Düsseldorfer Swissôtel einst eine Ausbildung zum Hotelfachmann erhielt, sich jedoch damals schon darüber im klaren war, dass seine Zukunft nicht im Hotel liegt. Sein Partner Jesko Klatt kommt aus der Filmbranche, wo er als Beleuchter gearbeitet hat. In Berlin sorgte Spindler als Mitbegründer des Sage Clubs für Furore und für die Entwicklung der hauptstädtischen Clublandschaft. Den Club hat er jedoch verlassen: „Zuviel junges Gemüse“, resümiert er.
Seine neue ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick... ist die der 30- bis 40-Jährigen. Und für die suchte er ein neues Konzept, das Restaurant und Club miteinander verbindet. Anspruchsvoller, mit guter Musik. Von 20 Uhr bis 24 Uhr wird voll auf die Restaurant-Linie gesetzt. Um Mitternacht dann verwandelt sich die Gastronomie in einen Club mit Eintrittsgeld und Programm bis 5 Uhr morgens.
Die Küche unter der Regie von Tomasz Severin, der viel asiatische Erfahrung einbringt, bleibt auch bis zum Schluss geöffnet. Allerdings verwandelt sich das Nachmitternachts-Angebot in eine clubtauglichere Richtung. Statuen aus Fernost beispielsweise zieren das Innere. Life-Acts und DJ‘s sollen für gute Stimmung sorgen. Die Küche setzt auf viel Gemüse und Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch"). Sehr gefragt sind Pho, eine vietnamesische Spezialität und Laksa aus Singapur.
In der Köpenicker Straße ist der Eingang des Restaurant-Clubs kaum zu erkennen. Kein Hinweisschild auf das spindler+klatt. Und doch finden die Gäste den Weg ins Innere. Dort werden sie persönlich empfangen und durch einen langen Gang geführt. Durch einen ehemaligen Übersee-Container hindurch gelangt der Besucher schließlich in das puristisch gestaltete spindler+klatt.
