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Rheinland-Pfalz

Volle Regentonnen, leere Bänke

Der kühle Sommer verhagelt das Außengeschäft / Nasskalter Septemberbeginn dämpft Hoffnungen der Gastronomie auf einen goldenen Herbst

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/38 vom 22. September 2007
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KAISERSLAUTERN. Nach einem „gut florierenden“ Geschäft im April und Mai haben die kühlen Sommermonate viele Pfälzer Biergartenbesitzer enttäuscht. Der nasskalte Septemberbeginn lässt den Inhabern wenig Hoffnung auf einen goldenen Herbst mit guten Umsätzen.

Als ein „wirklich schlechtes Jahr, dass ihn nicht gerade glücklich macht“, beschreibt Frank Darstein, Inhaber des Strandhotel Darstein in Altrip, die Außensaison 2007. Darsteins Ärger richtet sich auch auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Energiepreisentwicklung, die das Kundenverhalten spürbar negativ beeinflussen würden.

„Im April und Mai war das Geschäft durch die Hitzewelle gut, damit konnten wir einigermaßen die folgenden Sommermonate ausgleichen“, berichtet Alf Schulz vom Bremerhof in Kaiserslautern. Schon 2006 hätte es der Bremerhof, mit 800 Plätzen im Außenbereich, schwer gehabt wegen der Fußball-Weltmeisterschaft: „Die Besucher blieben weg, weil die WM-Meile lockte.“ Dass es im Herbst noch einmal „warme Biergartentage“ gebe, bezweifele er.

Auch Olaf Klapproth, Besitzer des Brauhauses in Neustadt (280 Außenplätze), hat die Konsequenzen des regenreichen Sommers für das Biergartengeschäft beobachtet. „Es war einfach miserabel. Ich vergleiche immer die Monate. Zwar hatten wir letztes Jahr im August keinen einzigen Biergartentag und dieses Jahr immerhin sieben, aber ab 19 Uhr konnte wegen der Kälte keiner mehr draußen sitzen.“ Sein Geschäft habe aber darunter nicht gelitten, weil der Biergarten nur ein Zusatzverdienst sei. Als ein „durchwachsenes Jahr“ sieht Luisa Hahn vom Deidesheimer Hof in Deidesheim das Terrassengeschäft 2007. „Nach einem bombastischen April und sehr guten Mai war der Sommer auf unseren Terrassen insgesamt sehr wechselhaft. Auch mussten wir viele geplante Außenveranstaltungen nach innen verlegen, was wegen der räumlichen Alternativen keine Umsatzeinbußen bedeutete.“

Im Seehaus Forelle Haeckenhaus am Eiswoog bei Ramsen haben die Gäste dem Regen und der Kälte offenbar getrotzt. „Unsere 200 Außenplätze waren eigentlich ganz gut besucht. Die Gäste haben sich einfach in Jacken auf die Terrasse gesetzt“, sagt Inhaber Jörg Maier. Natürlich habe es schon bessere Sommer gegeben. Das Wetter schätzt Maier dieses Jahr als durchschnittlich ein: „Es war ein ganz normaler, deutscher Sommer. Vielleicht sind die Leute von den letzten Jahren verwöhnt.“

Für Christoph Krück, Inhaber des Restaurants Zum Storchennest in Zweibrücken, war die Biergartensaison einfach katastrophal. „Trotz der heißen Temperaturen im April und Mai war das Geschäft bei uns nicht gut, weil die Leute daheim blieben und gegrillt haben. Das zeigt auch eine Umfrage unter Baumärkten, die bestätigte, dass viele Grillartikel verkauft wurden“, sagt Krück. Das Thema „Außenbereich“ sei für ihn deshalb für dieses Jahr abgeschlossen. „Im Gegensatz zur Szenenlokalen sind wir auf gutes Wetter angewiesen.“

Der DEHOGA Rheinhessen-Pfalz bestätigt die schlechte Saison 2007 für die Außengastronomie. „Das Geschäft für die Inhaber von Biergärten und Restaurants mit überwiegender Außengastronomie war dieses Jahr nicht zufriedenstellend. Wir sind enttäuscht. Nach dem schönen April haben wir uns mehr erhofft“, sagt Hauptgeschäftsführer Karl-Heinz Schott. „Jetzt hoffen wir natürlich auf einen goldenen Herbst mit vielen Sonnentagen.“ Allerdings sei es nach den vergangenen schlechten Monaten und dem derzeitigen Kundenverhalten aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung, nicht mehr möglich, die Umsatzeinbrüche auszugleichen. Heinz Feller

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