Berlin
Weinpressung „Unter den Linden“
Wilhelm Haag vom Weingut Fritz Haag (Dusemonder Hof) hatte schwer zu tragen nämlich den Most von der Presse bis zum Fass. Fotos: Rößling
BERLIN (ur). Bereits im Vorjahr hatte Stephan Vogel, der Gastgeber im Weinlife Rheinland-Pfalz, die Idee, den weltbekannten Boulevard Unter den Linden zu einer unverwechselbaren Prachtstraße werden zu lassen: Mehrere 1000 Bärchen schmückten damals den Boulevard zwischen Friedrichstraße und Brandenburger Tor.
In diesem Jahr nun setzte Vogel noch einen darauf: Berlin wurde zur Weinhauptstadt. Am 2. Oktober erfolgte vor dem Lindenlife mit Restaurant und Weinlife Rheinland-Pfalz mit einer historischen Weinpresse die erste Berliner Weinpressung. Dazu hatte Vogel sechs Top-Winzer aus Rheinland-Pfalz in die deutsche Hauptstadt gelockt, wobei jeder eines der 6 Weinanbaugebiete des Bundeslandes vertrat: Prinz Michael zu Salm-Salm, der Präsident des Verbandes der Prädikatsweingüter, das Anbaugebiet Nahe, Werner Näkel kam für die Ahr, Wilhelm Haag für Mosel-Saar-Ruwer, Werner Knipser für die Pfalz, Peter Jost für Mittelrhein und Günter Wittmann für Rheinhessen. Die Winzer hatten unter dem Beifall zahlreicher Zuschauer dann Schwerstarbeit zu leisten. Immerhin galt es, 500 Kilogramm Wein zu pressen. Der Most etwa 220 Liter wurde in ein Fass abgefüllt, wo er nun zum Wein reift. Abgefüllt wird der Cuvée in Magnumflaschen, deren Etikett von dem Künstler Jörg Immendorff gestaltet wird.
Bei dem gepressten Wein handelt es sich übrigens um einen Weißburgunder mit fast 100 Grad Öchsle vom Pfälzer Weingut Knipser Johannishof. Vogel und sein Küchenchef Rainer Walter schenkten rund um die Weinpressung einen Federweißen aus und servierten einen warmen Zwiebelkuchen. Vogel ist sich sicher: Die Berliner Weinpressung am Vorabend des Tages der deutschen Einheit wird zur Tradition auf dem Boulevard werden.