Berlin
Wenn es eng wird, helfen Kollegen von außen
Studie in Berliner Hotellerie: Besonders die großen Häuser setzen auf Personaldienstleister
BERLIN Personaldienstleister sind für alle Hotels ein Thema. Besonders Beherbergungsbetriebe ab 3-Sterne-Standard, mit einer Auslastung zwischen 50 und 80 Prozent sowie einer Kapazität ab 100 Zimmern nutzen diesen Service. Das hat eine Analyse gezeigt, die von sechs Studenten der staatlichen Wirtschaftsfachschule für Hotellerie und Gastronomie in Berlin t angefertigte wurde.
An der Untersuchung beteiligten sich 172 Betriebe. Das Ergebnis: Obwohl alle 1- bis 5-Sterne-Häuser bereits über Erfahrungen mit Personaldienstleistern verfügten, nutzten vor allem die 4- und 5-Sterne-Hotels zu 57 Prozent beziehungsweise 92 Prozent diesen Service. Durch den Einsatz dieser flexiblen Arbeitsform wollen die Hoteliers ihre Personalkosten bei teilweise stark schwankender Auslastung optimieren.
Dabei umfassen die Tätigkeitsfelder von Personaldienstleistern alle relevanten Bereiche – von der Rezeption über Restaurant und Küche bis Housekeeping und dem administrativen Bereich. Je höher die Zimmerzahl, desto höher ist laut Studie der Bedarf an externen Dienstleistern. So hatten 89 Prozent der Betriebe mit mehr als 250 Zimmern einen Personaldienstleister unter Vertrag. Häuser unter 50 Zimmern dagegen nur zu 20 Prozent. Bei den Erwartungen an externe Personaldienstleister waren 55 Prozent der Befragten die Qualifikation der Mitarbeiter besonders wichtig, danach folgten Flexibilität (35 Prozent) und Zuverlässigkeit (33 Prozent). Beim Outsourcing präferierten 26 Prozent der Befragten die direkte Personalvermittlung, 22 Prozent setzten auf Zeitarbeit.
Betriebe, die sich auf eigene Faust auf die Personalsuche machen, begründen dies mit zu hohen Honoraren für externe Dienstleister. Ein kostspieliges Fehlurteil, wie die Studie vorrechnet: Für die Bearbeitung einer Bewerbung fallen Kosten von rund 55 Euro an. Bei 200 Interessenten summiert sich dieser Betrag auf 11.000 Euro. Personaldienstleister stellen dagegen bei erfolgreicher Vermittlung lediglich eine Pauschale von ein bis drei Monatsgehältern in Rechnung.
Dennoch stellten die Studenten auch rückläufige Tendenzen fest. Zwar nehmen zum Beispiel 5-Sterne-Hotels weiterhin Personaldienstleistungen in Anspruch, haben aber den Umfang deutlich reduziert und auf einzelne Teilbereiche konzentriert. Um langwierige Einarbeitungszeiten zu vermeiden, setzten die Beherbergungsbetriebe im höheren Preissegment verstärkt auf einen festen, im eigenen Unternehmen gut geschulten Personalstamm, insbesondere im Servicebereich.
