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Jahreshauptversammlung der Kreisgruppen Köln, Bonn, Leverkusen, Erftkreis, Rhein-Sieg-Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis

Wer Betten sät, wird nicht unbedingt Gäste ernten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2001/42 vom 20. Oktober 2001

Drei hochkarätige Referenten nahmen Stellung zur zukünftigen Kooperation mit dem HoGa Köln: v.l.n.r. Robert Kilp (Ordnungsamtleiter), Jan Potthof (KölnMesse), Josef Sommer (KölnTourismus), Wolfgang Goldbach, Dieter Mellen, Bernd Klein (Kreisvorsitzende). Foto: Marx

KÖLN (gm). Die fetten Jahre sind lange passé. Der konjunkturelle Aufschwung, der dem Gastgewerbe in der Region Köln im vergangenen Jahr ein Umatzplus von 1,5 Prozent bescherte, erwies sich als zu kurz. „Auf und Ab der Wirtschaft bekommt das Gastgewerbe als erstes zu spüren“, so Wolfgang Goldbach, Vorsitzender der Kreisgruppe Köln, bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Kreisgruppen Köln, Bonn, Leverkusen, Erftkreis, Rhein-Sieg-Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis.

Wohin der Weg gehen wird, sei unsicher vor dem Hintergrund eines großen Umbruchs mit zusammenbrechenden Strukturen, die einen Verlust alter Kundenstämme mit sich bringen, und andererseits einer Art Aufbruchsstimmung durch den zweiten Hotelbauboom und das Entstehen neuer Gastronomiebetriebe.

Rund 25000 Menschen sind im Gebiet der Kreisgruppe in rund 8600 Betrieben beschäftigt und erwirtschafteten 3,44 Milliarden Mark. Zu den Umsatzgewinnern gehörten fast ausschließlich die Hotels mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von 2,1 Prozent und einem Übernachtungszuwachs von 2,4 Prozent. Die Gastronomie litt generell unter kontinuierlichen Umsatzeinbrüchen bei steigenden KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
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und Abgaben und zusätzlichen Problemen durch die Lebensmittelkrisen. In den einzelnen Kreisgruppen war die Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich und spiegelt die jeweiligen Standortprobleme wider.

Köln: Ziel für Touristen

und Messebesucher

Mit einer Bettenauslastung von 47,4 Prozent war die Domstadt Spitzenreiter der Kreisgruppen. MesseIm wirtschaftlichen Sinne eine zeitlich begrenzte, wiederkehrende Veranstaltung auf einem bestimmten Gelände, die es Produzenten oder Verkäufern einer Ware bzw.
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und Köln-Tourismus sind die beiden Säulen, auf denen die bisherige und zukünftige Entwicklung stehen. Die Abwanderung einiger Messen und das Fehlen von jährlichen Großmessen werde von den Privathotels mit Sorgen beobachtet, erklärte Goldbach. Durch das Entstehen von zur Zeit über 20 Hotels mit 5000 Betten sehe sich diese Sparte einem harten Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. „Der Markt ist gesättigt. Wir erwarten von der KölnMesse und dem jetzt privatisierten Verkehrsamt KölnTourismus Bestandssicherung und Ausbau durch weitere und neue Aktivitäten.“

Der Trend zum Städtetourismus und die Anstrengungen der DZT zeigen, wie die Zahlen des Hotel- und Gaststättenverbandes untermauerten, Wirkung. Sollte der von der WTO berechnete jährliche Zuwachs des Deutschland-Tourismus um 3 Prozent anhalten, sei das für Köln noch nicht ausreichend. „Um eine gleichbleibende Auslastung bei dem erhöhten Zimmerangebot zu erzielen, benötigen wir rund 30 Prozent“, so Goldbach.

Von der Stadt Köln fordert die Hotellerie endlich ein Hotelleitssystem. Vom KölnTourismus werden neue Impulse und eine bessere Vermarktung der Stadt erwartet. Das Problem des Mitarbeitermangels hingegen hat der Verband bereits selbst aktiv in die Hand genommen. Die neue Fachschule für Gastronomie in der Balduinstraße soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Bonn: Hauptstadt-Einbruch

blieb aus

Einen leichten Umsatzzuwachs von 18 Millionen auf 463 Millionen Mark melden die 949 gastronomischen Betriebe in Bonn. Vor allem die CatererUnternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Institutionen oder Personen mit Speisen und Getränken an Orten zu versorgen, an denen normalerweise keine gastronomische Leistung möglich oder üblich ist .
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legten durch den Boom des Außer-Haus-Geschäftes zu. Anders als generell in NRW mussten hier die Hotels mit 109 Betrieben und 7487 Betten einen Umsatzrückgang von 8 Millionen Mark auf 78 Millionen Mark hinnehmen. Die Ex-Bundeshauptsstadt sei immer noch geprägt von dem Wegzug der Regierung, der einst befürchtete große Einbruch sei aber ausgeblieben. Von der Etablierung als Kultur- und Kongress-Stadt verspricht man sich in Zukunft weitere Stabilität. Auch hier besteht die Forderung nach einem Hotelleitsystem.

Erftkreis: Touristisch

positive Entwicklung

Der Erftkreis als Nachbar von Köln zwischen Düsseldorf und Bonn hatte bei gleichbleibenden Umsatzahlen ein Plus von 4,6 Prozent Übernachtungen. Die Auslastung sank leicht. Die Hotellerie mit einer Auslastung von 38,2 Prozent ist aber sicher, dass die vielen Attraktionen wie Schlösser, Phantasiland, der Braunkohletagebau, der Medienstandort Hürth, der Schumi-Heimatort Kerpen und das Golfturnier German-Masters in Pulheim auf Dauer mehr Gäste in diese auch für Wanderer und Radfahrer interessante Region führen werden.

Die Gastronomie musste zwar auch einen Rückgang hinnehmen. Interessant ist hier jedoch, dass die Restaurants mit herkömmlicher Bedienung und traditionellem Angebot im Gegensatz zu den Großstädten, wo SB und Fast-Food die Gewinner waren, gut zulegten.

Rheinisch-Bergischer Kreis:

Back to the Roots

Entgegen dem Trend machten im Rheinisch-Bergischen Kreis sowohl Hotellerie wie Gastronomie mehr Umsätze und das nach jahrelangem Abwärtstrend. Die Übernachtungen stiegen um 6 Prozent. Die Verweildauer von 2,6 Tagen (in Köln 1,8 Tage) bekräftigt die Zunahme an Urlaubsgästen. Ein wichtiger Faktor der Tourismus-Förderung war die Gastronomie, wobei auch die kleineren und traditionellen Betriebe eine wichtige Rolle spielten. Die Initiative „Bergische Gastlichkeit“ , die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kultur des Bergischen Landes und die regionale Küche wieder zu beleben, hat sich etabliert. „Gerade in Zeiten der Globalisierung kommt es darauf an, dass die Regionen sich ihrer Ursprünge besinnen und ihre Traditionen pflegen“, so Bernd Klein vom Hotel-Restaurant Gronauer Hof, der Vorsitzende der Kreisgruppe. „Dies ist ein brauchbares Mittel, um auch künftig den Tourismus in unserer Region zu sichern.“

Rhein-Sieg-Kreis:

Sehr gutes Hotelleitsystem

Konsolidierung auf breiter Front findet zur Zeit in der Region zwischen Siebengebirge und Sieg statt. Die vom Kölner Messe- und Geschäftsreisenden-Aufkommen abhängige Hotellerie verzeichnete ein leichtes Minus der Ankünfte bei einem Zuwachs von 0,5 Prozent bei den Übernachtungen. Das seit zwei Jahren in Siegburg bestehende Hotelleitsystem habe sich bewährt, melden die 9 angeschlossenen Hotels.

Leverkusen: Hotelstandort

mit Potenzial

Ein leichtes Umsatzplus von 1,4 Prozent erwirtschafteten die 483 Leverkusener Betriebe. Trotz eines Zuwachses von 7,9 Prozent bei den Ankünften und 6,7 Prozent bei den Übernachtungen blieb die Auslastung der Hotels mit 27,3 Prozent die geringste aller Kreisgruppen. Der Hotelstandort scheint trotz der Nähe zur Messe in Köln Probleme zu haben. Durch neue Häuser wie Lindner BayArena und durch eine PositionierungBestreben von Unternehmen, "das Angebot so zu gestalten, dass es im Bewusstsein des Zielkunden einen besonderen und geschätzten und von Wettbewerbern abgesetzten Platz einnimmt.
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als Stadt des Sports, aber auch als Kongress- und Geschäftsreisestandort verspricht man sich die Erschließung neuer Gästegruppen.

Hoffnungsträger KölnTourismus: Nicht als Alleingang

„Wer Betten sät, wird Gäste ernten, denkt man hier in Köln aber es muss etwas passieren, nicht nur beim KölnTourismus“ so begann Josef Sommer, der neue Leiter von KölnTourismus und damit einer der Hoffnungsträger für die Kölner Hoteliers und Gastronomen, seinen Bericht über die Perspektiven des Tourismus in Köln und der Region. Sommer war neben Jan Pothof, dem Geschäftsführer der KölnMesse Ausstellungs GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
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, und Robert Kilb, dem neuen Chef des Ordnungsamtes, vom Kölner Verband zur Jahreshauptversammlung ins Sport- und Olympiamuseum eingeladen worden.

Der neue Mann an der Spitze des privatisierten Verkehrsamtes sieht die „Zukunft ganz rosig“. Er hält sich nicht für einen Wunder-Guru, aber im KölnTourismus sei bisher eindeutig zu wenig professionell gearbeitet worden. Ein Lob sprach Sommer dem Hotel- und Gaststättenverband aus, dessen Verdienst es sei, dass der Tourismus sich seiner Bedeutung entsprechend in den Medien wieder findet: „Ein wichtiger Schritt das Interesse der Medien am Tourismus muss aufrechterhalten bleiben.“

Sommer meinte, er spüre die Aufbruchsstimmung, die eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermarktung einer der schönsten Regionen Deutschlands sei. Es gelte und Strategien zu entwickeln, hinter der alle stehen können, sie aber auch mittragen müssten. Köln müsse ähnlich wie Tirol zu einer Marke werden, so der gebürtige Österreicher. „Unsere Konkurrenz
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sind nicht Düsseldorf oder Bonn, sondern London, Wien, New York.“ Produktinnovation sei notwendig, um im Ausland erfolgreich zu werben. Dazu müssten die Klischees wie Karneval und Dom neu inszeniert werden.

Ein Hotelleitsystem, die Abschaffung der Vergnügungssteuer und Einschränkung der Erlaubnis für Hotelschiffe vor Köln, diese Wünsche an die Stadt formulierte Wolfgang Goldbach im Namen der Kollegen. Als wichtige Voraussetzung mit einer dicken Schnitte am erwarteten Kuchen „Deutschland-Tourismus“ zu partizipieren, sieht Goldbach auch das gemeinsame Ziehen an einem Strang. Nicht nur mit der Kölner Kollegenschaft, sondern auch mit den Nachbarstädten. „Köln, Bonn und Düsseldorf das ist doch eine Einheit. Nur gemeinsam sind wir stark und interessant für den Tourismus. Ich werde die nächsten 5 Jahre dafür kämpfen, dass wir noch besser kooperieren.“

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