Berlin
Wie Mitarbeiter tricksen können
Harald Schultheiss rät Betrieben zu umfangreichen betriebswirtschaftlichen Kontrollen und mehr Transparenz
von Marion Schlag
BERLIN „101 Möglichkeiten bestohlen zu werden“
ist alles bares Geld“
Harald Schultheiss, der Berufserfahrungen unter anderem in den USA und Frankreich gesammelt hat und derzeit als Controller für die Berliner Restaurants Borchardt, PanAsia und Café am See tätig ist, sensibilisierte das Publikum für die ruinösesten Tricks. Diese könnten in kurzer Zeit die Existenz selbst eines gut besuchten Lokals gefährden. Seine Kernaussage: Der Gastronom sollte regelmäßig exakte betriebswirtschaftliche Auswertungen vornehmen und die wichtigsten Kennziffern wie Wareneinsatz, Personalkosten und Umsatz vergleichen.
Für einen besseren Überblicks sollten nach Angaben des Controllers in Abständen auch Inventuren durchgeführt werden. „Was in Lager, Keller und Küche steht, ist alles bares Geld!“, sagt Schultheiss. In Bezug auf die Buchhaltung lohne sich ebenfalls Controlling. Die Übereinstimmung von Rechnung, Lieferschein und tatsächlich vorhandener Ware solle wenigstens stichprobenartig getestet werden.
Vorsicht sei auch bei Mindereinnahmen durch angeblich geplatzte Schecks und nicht akzeptierte Kreditkarten geboten. Als höchst sensiblen Bereich nannte der Referent zudem das leicht manipulierbare Kassensystem. Häufige Stornierungen und Differenzen beim Bargeld sollten laut Schultheiss für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Großzügigkeit sei nicht angebracht und führe zwangsläufig in eine finanzielle Schieflage. Selbst kleinste Beträge summierten sich leicht zu einem Minus in Höhe eines Mittelklassewagens.
auch Beschwerdemanagement“
Wegen des zeitlichen und finanziellen Aufwands würden in der Branche nur selten komplette Warenwirtschaftssysteme eingesetzt. Der Referent verwies deshalb auf eine Offerte der Firma Spoon Gastronomie Systeme, das er vor allem mittelständischen Unternehmen mit einem Monatsumsatz ab 40.000 Euro empfahl. Die Variante konzentriert sich auf den Vergleich von elementaren Geschäftsdaten wie Wareneinsatz, Personalkosten und Umsatz. Starke Abweichungen vom Limit werden durch das Computerprogramm registriert und dem Anwender signalisiert.

