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Bayern

Wiesn-Rauchverbot vor dem Fall

CSU diskutiert über die Details der Lockerung / BHG empfiehlt Wahlfreiheit als Raucher- oder Nichtraucherbetrieb

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/11 vom 15. März 2008
 Alexandra Leibfried

MÜNCHEN. Auch wenn sonst noch nichts klar entschieden ist – eines ist sicher: Für die Wiesn 2008 und generell in allen Festzelten Bayerns soll das Rauchverbot erstmal nicht gelten. Soweit sind sich Ministerpräsident Günther Beckstein, der CSU-VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
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und die Fraktion bisher einig. Der offizielle Grund: „Mit dem Nichtraucherschutz gibt es mehr Probleme als gedacht“, sagte Beckstein öffentlich. Deshalb müsse man über Korrekturen nachdenken. Der CSU-Vorstand rechtfertigt die Lockerung so: „Es gibt keine praktikable Lösung, das Rauchverbot auf der Wiesn umzusetzen.“

Die Bayerische Staatsregierung stieß in den vergangenen Monaten bei Wirten und Wählern auf herben Widerstand. Sie hatte das strikteste Nichtraucherschutzgesetz ganz Deutschlands verabschiedet. Ausnahmeregelungen wie in anderen Bundesländern gab es nicht. Einen Tag nach dem Einbruch der CSU bei den Kommunalwahlen kochte die Diskussion um das zum 1. Januar 2008 in Kraft getretene Gesundheitsschutzgesetz wieder hoch. Umfragen zufolge hat das Rauchverbot die CSU einen erheblichen Teil der Stimmen gekostet.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (BHG), der vorher auf der Linie der Staatsregierung für eine strikte Regelung plädierte, schließt sich der Kehrtwende an. Und geht sogar einen Schritt weiter: Anstatt wie bisher auf ein einheitliches Rauchverbot in allen gastronomischen Betrieben zu beharren, empfiehlt Präsident Siegfried Gallus die „Kennzeichnungspflicht für alle gastronomischen Einrichtungen als Raucher- oder Nichtraucherbetrieb“.

Ob die CSU eine Übergangsregelung oder generell eine Lockerung beschließen wird, bleibt abzuwarten. Einige Abgeordnete wollen der Lockerung nämlich nicht zustimmen. Zur Diskussion stünden nur die Festzelte, bekräftigte Beckstein. Eingeweihte räumen Medienberichten zufolge ein, dass Beckstein ursprünglich auch die Regelung für Raucherclubs vereinfachen wollte. Bei Redaktionsschluss des Länderteils stehen die Beratungen des CSU-Vorstandes und der Fraktion noch aus. Alexandra Lindinger


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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Ingrid Mertens
Ingrid Mertens

14.03.2008 um 13:10

Betreff: Kommentar zum Artikel

Die Entscheidung, das Rauchverbot in den Zelten auf der Wiesn aufzuheben ist nach meiner Meinung der einzige Weg,
um die Sicherheit auf der Wiesn zu gewährleisten. Wenn bei vollen Zelten, (bei denen ist dann nicht mehr möglich ist, nach dem
Rauchen wieder auf seinen Platz im Zelt zu kommen), hätte zwangsläufig zum rauchen in den Zelten geführt. Einer fängt an, und alle anderen Raucher ziehen nach.
Der Volkszorn ist so schon groß genug. Aber wenn der Volksfeind Nr.1 Alkohol mit ins Spiel kommt, gibt es dann kein Halten mehr.
Schlägereien wie in den 50 und 60 Jahren mit schweren Verletzungen durch Maßkrüge sind da ja schon fast vorprogrammiert. Überstürzt und falsch war die Einführung
des absoluten Rauchverbotes, nicht aber die jetzige Korrektur. Um für alle Beteiligten eine annehmbare Regelung zu treffen, sollte es den Wirten überlassen bleiben,
ob Sie ein Raucherlokal oder ein Nichtraucherlokal führen wollen. Alles weitere regelt der Markt.

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