Baden-Württemberg
Wirte wehren sich gegen Vorwurf der Preistreiberei
STUTTGART (o). Völlig zu Unrecht als Euro-Abzocker an den Pranger gestellt sieht der Vorsitzende des DEHOGA Baden-Württemberg, Peter Schmid, seine Branche. Nur weil es wie in anderen Bereichen auch vereinzelte Ausreißer gegeben habe, könne man nicht alle Wirte als Preistreiber bezeichnen, heißt es in einer Pressemitteilung seines Verbandes. Viele Wirte hätten ihre Preise mit Rücksicht auf den harten Wettbewerb überhaupt nicht oder nur mäßig angehoben.
„Diese Preisanpassungen haben aber in der Regel nichts mit dem Euro zu tun“, so der DEHOGA-Landesvorsitzende. Viele Betriebe hätten schon vor der Einführung unter einem enormen Kostendruck gestanden und noch nicht einmal die Inflationsrate auffangen können. In den letzten acht Jahren habe es in den Restaurants und Wirtschaften lediglich Preissteigerungen von insgesamt 8,2 Prozent gegeben, deutlich weniger als in anderen Branchen. Auf der anderen Seite habe die Änderung des 630-Mark-Gesetzes zu spürbaren Mehrausgaben bei den Personalkosten geführt und auch die Ökosteuer belaste in einer energieintensiven Branche wie dem Gastgewerbe die Betriebe mehr als in anderen Bereichen, so der DEHOGA-Landesvorsitzende. Dazu seien vor allem im Januar auch noch nicht nur euro-, sondern auch klimabedingte Verteuerungen im Einkauf gekommen.
Deshalb reichten die jetzt vorgenommenen mäßigen Preiserhöhungen in der Regel noch nicht einmal aus, die Ertragslage zu sichern. Schmid: „Wir sind keine Preistreiber, wir sind Preisgetriebene.“