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Australienfan und Gastronom: Frank Schröer. Foto: Schalberger

Saarland

Wo Strauß, Känguru, Krokodil und Kamel munden

Wongar Australian House in der Saarbrücker Innenstadt bietet australische Spezialitäten / Gastraum renoviert und Außenbereich neu eröffnet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2004/25 vom 19. Juni 2004

SAARBRÜCKEN (us). Ein australisches Restaurant in der traditionellen saarländischen Gastronomie ist etwas Ungewöhnliches. So ist das „Wongar Australian House“ auch das einzige Restaurant mit australischen Speisen und Getränken im Umkreis bis nach Frankfurt und Stuttgart. Doch die Saarländer sind experimentierfreudiger als viele denken. Nach anfänglicher Skepsis hat das „Wongar Australian House“ einen großen Kundenstamm gewonnen, der die australische Küche sehr schätzt.

„Ich habe zwei Mal Australien bereist und bin von Land und Leuten sehr angetan. Mit meinem Restaurant möchte ich den Gästen Australien näher bringen. Australien ist sehr vielseitig und ich möchte etwas darüber erzählen“, erklärt Inhaber Frank Schröer seine Motivation, ein australisches Restaurant zu eröffnen. Vor vier Jahren öffnete er die Türen zu seinem Restaurant in Schlossnähe. Das Konzept, ein Restaurant mit australischem Flair und australischen Spezialitäten anzubieten ging schnell auf. „Die BSE-Krise veranlasste viele Leute, auch einmal andere Fleischsorten zu probieren. Das kam uns natürlich zugute“, erläutert Frank Schröer. „Anfangs probieren die Gäste gern ein Gericht oder einen Salat mit drei verschiedenen Fleischsorten, so wie unsere Steakvariationen „Wongar“, und „Down Under“ oder der Salat „Devils Marbles“. Als Probierangebot gibt es jeden zweiten Samstag im Monat mittags ein kleines Steak von Känguru oder Strauß und Salat oder ein kleines Steak von Kamel oder Krokodil mit Salat.

Doch auch wenn jemand die australische Küche nicht mag, findet er eine große Auswahl an Alternativen auf der Speisekarte, wie beispielsweise Fischgerichte und vegetarische Spezialitäten. Die Gäste kommen inzwischen auch von weiter her: Neben dem Saarland sind sie auch aus Luxemburg, der Pfalz oder dem benachbarten Frankreich. Sie alle genießen die australischen Spezialitäten. Neben Strauß, Emu, Känguru, Krokodil und neuerdings auch Kamel werden auch australische Getränke angeboten. Es gibt australische Weine und verschiedene australische Biere. Für Australien-Fans stehen auch Rum, Whisky und Portwein aus Australien zur Verfügung.

Das exotische Fleisch kann über mehrere deutsche Lieferanten bezogen werden. Frank Schröer arbeitet inzwischen mit einem Münchener Lieferanten zusammen, der die Ware aus Australien bezieht. Die Zubereitung des Fleisches ist laut Schröer genauso unkompliziert wie bei Rindfleisch oder ähnlichem. „Schließlich wird in Australien auch nur mit Feuer gekocht“, so Schröer.

Sein Publikum gewinnt Frank Schröer nicht nur durch Ambiente und Spezialitäten. Er ist auch sehr rührig, was das Thema Aktionen anbelangt. In seinen Räumen finden ständig wechselnde Ausstellungen mit Bildern australischer Künstler statt. Ein Galerist aus dem Saarland hat hier gute Kontakte. Darüber hinaus bietet er für Freunde australischer Musik Didgeridoo-Kurse an. Außerdem organisiert er Weinproben mit australischen Weinen. Eindrücke von Australien vermittelt er in den extra angesetzten Diashows.

Um sein Restaurant noch attraktiver zu machen, wurde es kürzlich renoviert: Die gelb-braunen Wände wurden frisch gestrichen und eine Zwischenwand wurde herausgerissen. Etwa 50 Personen haben nun bequem Platz. Seit Mai kann erstmals der Außenbereich genutzt werden, so dass man in Saarbrücken Australien auch unter freiem Himmel erleben kann. Ab etwa September wird dann der zum Restaurant gehörende Gewölbekeller für die Öffentlichkeit geöffnet.

Kollegen kann Frank Schröer nur raten, „ruhig einmal etwas Neues auszuprobieren. Känguru und Strauß sind sehr gesund, fett- und cholesterinarm. Sie sind nicht extrem im Geschmack und schmecken nicht so streng wie beispielsweise Reh- und Hirsch. Krokodil ist etwas gewöhnungsbedürftig, das sollte nicht unbedingt als erstes ausprobiert werden.“ Da die australische Küche eine Mischform aus europäischer und asiatischer Küche ist, komme sie sehr dem Geschmack deutscher Gäste entgegen.

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