Baden-Württemberg
Wohnliche Weinstube
Im „Träuble“ in Geradstetten bietet nun Tom-Uli Fröhlich original schwäbische Gerichte
REMSHALDEN-GERADSTETTEN Eine Geradstettener Institution ist wieder eröffnet – das in der Dorfmitte gelegene „Träuble“. Ernst-Ulrich Schassberger hat das hübsche „Remstal-Wirtschäftle“ von Werner Klein erworben, der die Gaststätte krankheitsbedingt schließen musste. Der Eurotoques-Präsident hat die Weinstube mit einigen neuen Ideen aufgepeppt, ohne ihren Charakter zu zerstören.
Patron Tom-Uli Fröhlich, Restaurantfachmann, Koch und Eurotoques-Botschafter, verwöhnt seine Gäste mit original schwäbischen Gerichten, wie sie auch Großmutter zubereitete. Es gibt keine gedruckte Karte, die Gerichte werden auf Schiefertafeln angeschrieben.
Fröhlich kocht ausschließlich mit deutschen, vorwiegend regionalen, Lebensmitteln nach der Eurotoques-Philosophie.
Die Gäste nehmen in der Weinstube oder an einem Gästetisch in der Küche Platz. Im großen Sandstein-Gewölbekeller präsentieren Remstäler Winzer an bestimmten Tagen ihre Weine. Für junge Gäste hat sich Schassberger etwas Besonderes ausgedacht: In einem separaten Raum (Schassi’s, der kleine Treff) werden ihnen beim Menü Plaisir schwäbische Gerichte und die passenden Getränke zu Vorzugspreisen angeboten.
An schönen Tagen laden auch Tische im Freien zum Verweilen ein. Das Träuble ist zugleich Eurotoques Clublokal und Praxis-Kompetenzzentrum: Küchenprofis können sich hier über neues Küchengerät informieren und Produktneuheiten ausprobieren. Tom-Uli Fröhlich (38): „Ich bin außerordentlich dankbar, dass mir Ernst-Ulrich Schassberger die Chance eingeräumt hat, seine Ideen als Patron umzusetzen. Der Gast soll nicht nur gut essen, sondern auch das Gespräch suchen können.“
Die kleine Wirtschaft im Erdgeschoss eines stolzen unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkbaus, der 1792 errichtet wurde, war früher mit dem Bäckerhandwerk verbunden. Nach dem 2. Weltkrieg galt das Träuble unter seiner damaligen Wirtin Marta Bühler, die im Volksmund nur Tante Marta genannt wurde, über lange Jahre als zweite Wohnstube der Bürger.
