Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Cocktail-Queen an der Leine: Nadin König vor ihrer Café-Bar Foto: Ingrid Hilgers

Niedersachsen

Zum Frühstück Gummibärchen

In der Café-Bar Blattgold zu Hannover dient Tim Mälzers Kochkunst schon mal als Vorlage, aber Nadin König gibt den Ton an

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/15 vom 14. April 2007

HANNOVER. Ein langer Atem war nötig: Zwei Jahre dauerte es, bis Nadin König und ihre Freundin Sonja Blankenberg sich einen Traum erfüllten. So lange verhandelten sie mit den Brauereien Herrenhäuser und Radeberger, bis sie schließlich die Café-Bar Blattgold in Hannover eröffneten.

Bewusst setzen sich die beiden Geschäftspartnerinnen mit dem neu eröffneten Lokal von der Konkurrenz ab. Sie provozieren, regen an und irritieren mit Stilbrüchen. In der einen Ecke blickt der Gast auf ein riesiges Alpenpanorama und unmittelbar daneben auf eine Barocktapete. Die schalenförmigen Sitze erinnern an die Siebziger und den noch ältere Garderobenständer schmücken schrille Papageien. „Wir grenzen uns von der Systemgastronomie ab“, sagt Nadin König der AHGZ.

In der Speisekarte setzt sich der launige und eigenwillige Stil fort. Der Gast kann beim Frühstück zwischen einem „Almbub“, einer „Dirndlmaid“ oder einer „Käseliesel“ wählen. Und für Kinder gibt es beispielsweise das „Tigerfrühstück“ mit Butterkeksen, Himbeermarmelade, Nutella und Gummibärchen.

Die Spezialität des Hauses sind jedoch Cocktails. Jede Menge klassische Drinks wie „Caipirinha“, „Pina Colada“ oder „Tequila Sunrise“. Viel reizvoller aber sind die exotisch klingenden Cocktails wie „Moonlight“, „Choclate Summer“, „Titanic“ oder „Oliwears Liebestropfen“. Als Specials gibt es „Apocalypse“, „Kamasutra“ oder „Made in Friedrichshain“. „Der Gast soll etwas Besonderes erhalten, etwas, das es nicht in jedem Lokal gibt“, erläutert Nadin König.

Dekoriert werden die Kreationen nicht mit Obst, sondern mit überdimensionalen Fruchtgummis. An Wochenenden öffnet das Blattgold bereits um 10 Uhr und bietet nachmittags selbst gebackenen Kuchen an.

Seit ihrem 18. Lebensjahr jobbt Nadin König in Kneipen und Restaurants. Dabei hat sie sich vieles abgeguckt. Im Positiven wie im Negativen. „Wenn ein Gast die Bedienung erst suchen muss, hat der Gastwirt ein falsches Verständnis vom Service.“

Die 31-Jährige studierte an der Uni Marketing und war einige Jahre bei VW in der Marketingabteilung tätig. Die Faszination der Selbstständigkeit und der Wunsch etwas Eigens zu verwirklichen, ließen sie jedoch nicht los. Vor zwei Jahren eröffnete sie mit ihrer Geschäftspartnerin Sonja Blankenberg das „Aldidente“ in der Südstadt in Hannover.

Das Blattgold hat eine kleine, aber feine Speisekarte. Eine Lizenz zum Braten und Frittieren gibt es nicht, wohl aber Pasta satt in allen Variationen. Sonntags für fünf Euro so viel der Gast essen kann. Mal mit Zucchini-Curryrahm, mal mit einer raffinierten Pilz-Sauce. Montags gibt es für 7 Euro ein 3-Gänge-Menü mit Vorspeise, einer Pasta und einem Nachtisch. Vieles kocht die Geschäftsführerin selbst. Einen fest angestellten Koch gibt es nicht. Wohl aber Aushilfen, die gerne kochen und mit ihrem kulinarischen Können die Gäste verwöhnen. „Wir machen jedes Dressing selber und orientieren uns bei der Kombination von kreativem Essen sehr an den Kochbüchern von Tim Mälzer“, sagt König. Als Gag, aber auch um sich von anderen Gaststätten abzusetzen, gibt es im Blattgold eine Schale mit Schokorosinen, Schokolinsen oder Haribokonfekt. Wie früher.

Die beiden haben noch viel vor. Im Sommer soll eine schicke Außenbestuhlung her. Mit den Geschäftsleuten, die in der Nähe einen Laden haben, wollen sie ein Sommerfest organisieren. „So werden wir im Stadtteil bekannter und sorgen für Kundenbindung.“ Kundenbindung ist den beiden ganz besonders wichtig. „In der Vorweihnachtszeit haben wir mit den Gästen in unserem Lokal in der Südstadt ein Lebkuchenhaus gebacken und es dann einem Kinderheim gespendet“, sagt die 31-Jährige. An einen Tannenbaum hängten sie für die Stammgäste Süßigkeiten. „Wir wollen ein familiäres Verhältnis zu unseren Gästen“, sagt Nadin König. Ihre Kollegin Sonja Blankenberg ergänzt: „Daran arbeiten wir auch im Blattgold.“Ingrid Hilgers

Kommentieren Drucken
Auch interessant

„Wellnessiges“ St. Peter-Ording

Mit einem neuen touristischen Konzept startet das Nordseeheilbad in die Saison: Gesundheitsurlaub ist angesagt. mehr...

Weitere Artikel aus Regional und Lokal vom 14.04.2007 :

Schleswig-Holstein: „Wellnessiges“ St. Peter-Ording (14.04.2007)
Brandenburg: Preis als Motivation (14.04.2007)
Berlin: Feiern im Palast (14.04.2007)
Bayern: „Qualität hat ihren Preis“ (14.04.2007)
Hessen: Vier Fragen an (14.04.2007)
Sachsen: Ex-Regierungssprecher nun Hotelier (14.04.2007)
Thüringen: Mitarbeiter fordern Geld (14.04.2007)
Bayern: Gastro-Augsburg im Internet (14.04.2007)
Mecklenburg-Vorpommern: Jugend forscht mit Brunch (14.04.2007)
Bremen: Ruhig schlafen hinter Panzerglas (14.04.2007)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Sascha, Hannover
Sascha, Hannover

11.01.2009 um 18:52

Betreff: Blattgold

Nadin König betreibt mittlerweile nur noch den Goldfisch. Neuer Inhaber ist jetzt Sascha Appuhn, der lange Zeit im Cafe Lulu, gleich nebenan, beschäftigt war und das Blattgold jetzt noch kreativer und mottogerechter betreibt.