Hauptstadt Berlin
Zur Currywurst gesellt sich nun auch Kunst
Berlins bekanntester Imbissbudenbetreiber ist in der Nähe des Hakeschen Marktes sesshaft geworden
BERLIN (blu). Sämtliche Lokalzeitungen und selbst diese Fachzeitung haben an der unendlichen Geschichte von Berlins berühmtesten Currywurst-Bratern geschrieben, waren diese doch mit ihrer „Imbissbude der Nation“ am Pariser Platz ein Dauerbrenner. Zündstoff für Politiker und Beamte!
Tapfer haben die beiden selbstständigen Gastronomen den Wurstkrieg überstanden und mit Hilfe von Umweltsenator Peter Strieder ihren Kiosk in der Ebertstraße hinter dem Brandenburger Tor, gesehen von der Straße Unter den Linden, vor Jahresfrist wieder aufbauen dürfen.
Für den Fall, dass der auch wieder jemanden stört, eröffneten Thomas Heeder und Curt Bösenberg unlängst eine Imbissgaststätte in der Rosenthaler Straße in Mitte unweit des Hackeschen Markts.
Ein fester Standort in belebter Gegend direkt an einer Straßenbahnhaltestelle ist ein wesentlich sichereres Standbein als das im Regierungsviertel, auch wenn wohl hier keine Promis nach „Berlins Wahrzeichen“ (Zitat W. Siebeck) verlangen werden. In einem hell gestalteten Gastraum mit acht Stehtischen steht der Wurstesser trocken und warm und kann seine Blicke über sehr schöne Wandbilder schweifen lassen.
„Curry und Kunst“ nennt sich die neue LocationMeist außergewöhnlicher Ort für Feste, Filmaufnahmen sowie sonstige Veranstaltungen bzw.
weiter mit Mausklick... von Bösenberg und Heeder, die ad absurdum führt, dass sich ein so profaner Imbissartikel mit sehenswerten Originalen neuzeitlicher Künstler – alle 6 Wochen wechselt die Leihbilder-Galerie – nicht verträgt. Wie immer ist alles natürlich Geschmackssache wie eben auch die Currywürste mit und ohne Darm, die Rostbratwürste, Riesengrillwürste sowie Buletten. Für Snobs sind Weine, Sekt und Champagner (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Champagner") im Angebot und das täglich von 12 Uhr mittags bis
4 Uhr in der Frühe. Die eigentliche Braterei befindet sich hinter Glas, so dass Bratgerüche und Fettfilme nicht den als Berliner Hinterhof gestalteten Gastraum beeinträchtigen.
Im Sommer sollen noch auf dem echten Berliner Hinterhof des großen Mietshauses, das, wie zu erfahren war, dem Rechtsanwalt gehört, der die sich nie geschlagen gegebenen Wurstbrater vor dem Gesetz vertreten hat, weitere Platzkapazitäten hinzukommen. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!

