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Aufatmen nach der letzten Klausur: (von links) Diana Keucher, Heidi Wirth und Norman Kirsche

© Ekkehard Tanzer

Thüringen

Zwei Modelle, ein Studienziel

In Erfurt hat die Berufsakademie Nordhessen ihren Betrieb aufgenommen / Man will keine Konkurrenz zu Eisenach sein

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/36 vom 8. September 2007
von

ERFURT/EISENACH. Vorigen Monat endete das zweite Semester. Verschnaufpause für sechs Thüringer Hotel- und Tourismusmanager des Abschlussjahrs 2009 und für das Institut ihrer Wahl: die Berufsakademie Nordhessen am Studienort Erfurt. Besonderes Merkmal der Einrichtung: Sie ist die erste private Berufsakademie in Thüringen. Man verstehe sich nicht als Konkurrenz
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der vorhandenen staatlichen Bildungsstätten, sagte GeschäftsführerBezeichnung für das Leitungsorgan der Gesellschaft mit beschränkter Haftung .
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Matthias Krell, sondern als Ergänzung.

Unterschiedliche Intervalle

Besonderheit des dreijährigen Studiums in Erfurt: Es findet zwei Tage in der Woche statt, nämlich Mittwoch und Freitag. Die restliche Zeit steht für die Ausbildung im Betrieb zur Verfügung. An der staatlichen Berufsakademie in Eisenach hingegen studiert man jeweils „am Stück“: drei Monate im Wechsel mit drei Monaten betrieblicher Praxis.

Peter Henzel, Hotelier in Meiningen, meint, dass die Erfurter Variante für seine „Azubine“ Heidi Wirth die bessere Wahl ist. Sie lernt bei ihm das Know-how einer Hotelkauffrau. „Das Eisenacher Modell halte ich dagegen für nicht effizient.“ Kurze Ausbildungsintervalle fördern nach Ansicht des Hoteliers die Nachhaltigkeit und ermöglichen den Auszubildenden, die erworbenen Theorien umgehend in die Praxis umzusetzen.

Gewiss verlange das Erfurter Modell von den Studenten äußerste Disziplin und Zielstrebigkeit. Aber: „Wer diesen Weg beschreitet und erfolgreich durchhält, hat sich für Führungsaufgaben in unserer Branche qualifiziert.“ Doch auch die staatliche Berufsakademie betont ihre Unternehmensorientierung. Sie ergebe sich schon daraus, dass die Studenten von den Unternehmen delegiert wurden.

Zufrieden mit ihrem Studium an dieser Einrichtung äußerte sich gegenüber der AHGZ Ariane Rettelbusch. Die angehende Tourismuswirtin ist bereits Vizechefin eines kleinen, von ihren Eltern geführten Hotels in Kammerforst (Hainich), praktiziert aber in einem Kettenhotel in Erfurt. Den Rhythmus drei Monate Studium / drei Monate Praxis findet sie nach inzwischen fast fünf Semestern „richtig klasse“.

Ein Vorteil für Studenten der privaten Akademie sind aus deren Sicht die Individualität und Intensität durch die kleinen Studien- und Lerngruppen. Dabei dürfte der Fakt, dass die Gruppe der Erfurter Touristiker aus nur sechs Studenten besteht, auf die Neuheit des Studiums zurückzuführen sein. Eine Kursgruppe in Eisenach umfasst rund 20 Leute. Wie Ariane Rettelbusch findet Matthias Klamant die Zusammensetzung okay – es sei eine „bunte Mischung“, die einen breiten Informationsaustausch gewährleiste.

Bachelor-AbschlussBezeichnung für die letzte Stufe im Verkaufsprozess.
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als Ziel

Selbstverständlich finden es die Studenten der staatlichen Berufsakademie gut, dass ihr Studium vom Staat bezahlt wird. Dass dies bei ihr nicht so ist, darin sieht die Berufsakademie Nordhessen sogar einen weiteren Vorteil – für die Unternehmer: „Durch das Studium und eine entsprechende Darlehensförderung können Ihre Mitarbeiter langfristig an Sie als Unternehmen gebunden werden“, argumentieren die nordhessischen Vertreter. Studentin Diana Keucher trägt ihre Studiengebühren in Höhe von 515 Euro pro Monat selber, verweist aber darauf, vom Ausbildungsbetrieb – in diesem Fall der DEHOGA
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Thüringen – Ausbildungsvergütung zu bekommen. Ebenso verfährt Hotelier Peter Henzel mit Heidi Wirth, zudem finanziert er ihr Fahrt- und Unterkunftskosten.

Sowohl in Erfurt als auch in Eise-nach werden neben den hauptamtlichen Dozenten Lehrbeauftragte eingesetzt, ihre Studenten zum Bachelor-Abschluss zu führen.eta


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