Geschmackstage
„Deutschland schmeckt gut“
Geschmackstage: 165 Gastronomen und Köche beteiligen sich mit regionalen Gerichten / Bundesweit 700 Aktionen
MÜNCHEN. Eine Schlemmermeile zum KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick... und Probieren, gemeinsames Grillen mit Bundesernährungsministerin Ilse Aigner, danach ein frisch auf dem heißen Stein gebackener Zwetschgenkuchen und eine Talkrunde im Münchner Hofgarten: Bei den diesjährigen Geschmackstagen mit zentralem EventInszenierte Veranstaltung in meist außergewöhnlicher Umgebung , die Gäste durch ihre emotionale Ansprache aktivieren soll.
weiter mit Mausklick... in der bayerischen Landeshauptstadt zeigte Johann Lafer gern Flagge. Mehr noch, der Sterne- und TV-Koch ist Mitinitiator der bundesweiten Aktion, die regionale und saisonale Lebensmittel in den Blickpunkt rücken soll – im Privathaushalt, aber auch in der Gastronomie.
Slow Food mischt mit
Bereits seit 2008 finden die Geschmackstage statt. Um den Bemühungen rund ums Kochen und Genießen mehr Nachdruck zu geben, wurde kürzlich ein Verein gegründet. „Die Kunst des Zubereitens muss wieder erlernt werden“, so Silvia Buchholz-Lafer, Ehefrau von Johann Lafer. Sie ist die erste Vorsitzende des Vereins, der von Slow Food unterstützt wird, und dem unter anderem der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick..., der Bundesverband der Regionalbewegung, der Verband der Köche Deutschlands (VKD) und das DLG-Testzentrum Lebensmittel angehören. „Auch das gemeinsame Mahl ist ein wenig in Vergessenheit geraten“, so Buchholz-Lafer.
Um dem abzuhelfen, mischten vom 2. bis 7. Oktober 165 Gastronomen und Köche mit. Gutbürgerliche Restaurants, aber auch Gourmetdestinationen. Zum Beispiel neun deutsche Relais&Châteaux-Hotels mit Könnern ihrer Zunft wie Thomas Kellermann vom Hotel Burg Wernberg in Wernberg-Köblitz, Dirk Schröer vom Restaurant Caroussel im Bülow Palais Dresden und Thomas Bühner vom La Vie in Osnabrück. Ihre Rezepte stehen auf der Homepage der Geschmackstage zum Download bereit. „Die Gastronomie engagiert sich von Anfang an für diese Initiative“, so DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges, die auch Vorstandsmitglied des Vereins ist. „Rund die Hälfte aller Aktivitäten finden in Restaurants und Gaststätten statt. Letztlich ist keiner prädestinierter als die Gastronomie, die saisonal heimischen Lebensmittel in den Mittelpunkt zu rücken.“ Das mache auch unter touristischen Gesichtspunkten Sinn. „Es ist auch die Vielfalt der regionalen Küche, die das Reiseland Deutschland so attraktiv macht“, so Hartges.
Köche müssen was tun
Dem pflichtete Johann Lafer in München bei: „Deutschland schmeckt gut“, so sein Fazit. Der gebürtige Österreicher, der sich nach 55 Jahren in Deutschland schon fast als Deutscher empfindet, hält die Situation allerdings für verbesserbar: „Wir brauchen mehr Aufklärung und besseres Wissen über besseres Essen“, sagte er zur AHGZ, auch mit Blick auf sein eigenes Unternehmen: „Wenn wir als Köche nichts dafür tun, um auch künftig aufgeschlossene Gäste zu haben, dann haben wir irgendwann keine Arbeit mehr.“
Dennoch hat sich laut Lafer seit dem Start der Initiative Beachtliches getan. „Ich merke, dass das Bewusstsein für Regionalität größer geworden ist. Der Ansatz der Geschmackstage ist es, Menschen zu informieren und zu motivieren, auch wieder mehr selbst zu kochen – da muss Geschmacksbildung die Basis sein.“ Veranstaltungen sind dabei ein wichtiges Instrument. Karin Gabler www.geschmackstage.de

