Kooperation
10 Jahre Bio-Hotels
von Karin Gabler
GRÜNWALD/MÜNCHEN. Die 75 Bio-Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Italien und Frankreich haben Grund zum Feiern: Die Vereinigung begeht ihr 10-jähriges Jubiläum.
Obmann Thomas Richter lud die Kollegen und Partner der Gruppe daher im Vorfeld zur Jahreshauptversammlung zu einem Gala-Abend in das gerade renovierte Bio-Hotel Alter Wirt in Grünwald ein.
Die Gründungsmitglieder und bio-aktiven Hoteliers sind zu Recht ein wenig stolz: „Wir haben die Menschen sensibilisiert, viele Bio-Ideen kreiert und Lösungen geschaffen, die mittlerweile schon üblich geworden sind“, betonte Richter in seinem Resumee.
100 Prozent Bio
Acht Hoteliers waren es, die 2001 den Beschluss fassten, sich zu einer Wertegemeinschaft zusammenzuschließen und soweit als möglich nur noch 100 Prozent biologische Lebensmittel mit regionaler Prägung einzusetzen. Ein Ziel, das anfangs aufgrund des nicht durchgehend vorhandenen Beschaffungsnetzes viel Engagement seitens der Hoteliers verlangte. Mittlerweile ist dieses Problem Vergangenheit, sodass die Statuten der Gruppe definitiv 100 Prozent Bio garantieren.
Die Vorreiter für Bio in Hotellerie und Gastronomie haben sich aber wieder neue Ziele gesetzt: „Wir wollen einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen“, sagt Richter. Aus diesem Grund wollen die Bio-Hotels ein nachhaltiges Ressourcenmanagement im Bereich Energie, Wasser und Müllaufkommen und den damit verbundenen Kohlendioxid-Emissionen umsetzen.
Neues Öko-Zertifikat für die Bio-Hotels
Als erste Hotel-Vereinigung unterziehen sich die Bio-Hotels dazu einer Zertifizierung durch die Bio-Kontrollstelle ABCERT, was mit dem neuen Qualitätssiegel „eco hotels certified“ nach außen hin verdeutlich wird. Die Zertifizierung verläuft dynamisch. Das heißt: Die Marke die jeder Betrieb für eine erfolgreiche Zertifizierung erreichen muss, orientiert sich im laufenden Verfahren stets an den Werten der Besten, die damit den Durchschnitt automatisch verbessern.
Im Fokus der nächsten Jahre steht für die Gemeinschaft auch Wachstum. „Wir sind für eine europaweite Bedeutung noch zu klein“, so Ludwig Gruber, Geschäftsführer der Bio-Hotels. Mehrere hundert weitere Hotels stehen auf der Wunschliste, wobei sich traditionell der deutschsprachige Raum für die Expansion eigne. „Ein großer Markt ist auch Italien.“ An Bewerbern fehle es laut Vorstand Thomas Richter nicht. Die Anfragen kommen oft von weither: „Die Welt ist bereit, um die Welt zu verbessern.“

